85 Jahre evangelische Kirche
Polizeischutz für Kirchgang

30 Kinder sangen der evangelischen Kirche ein Geburtstagsständchen. Bilder: ils (2)
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Kirchendemenreuth
13.10.2016
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85 Jahre ist die evangelische Kirche in Kirchendemenreuth alt. Der Bau war damals nötig geworden: Protestanten und Katholiken gerieten sich beim Kirchgang oft in die Haare.

Mit einem Gottesdienst und anschließenden Gemeindefest gedachte die Gemeinde des Kirchenbaus vor 85 Jahren. Die Jubilarin zeigte sich dabei von ihrer besten Seite: In dem Gotteshaus ging es bunt und lebendig zu.

Pfarrer Manuel Sauer freute sich, dass die ehemaligen Gemeindepfarrer Volker Wappmann und Thomas Schertel sowie Bürgermeister Gerhard Kellner zur Feier gekommen waren. Ein besonderer Gruß galt den Gästen aus der katholischen Nachbarpfarrei und seinem Amtsbruder Pennoraj Tharmakkan.

Regionalbischof Hans-Martin Weiss aus Regensburg würdigte das Engagement der Gemeinde, die das Gotteshaus 1931 mit viel Arbeit erbaut hatte. In seiner Predigt rief er dazu auf, den Sonntag als Tag der Gottesbegegnung zu nutzen. "Der Sonntag ist der Tag des Herausgerufenseins aus dem Alltag. Er ist ein Tag für den Menschen", sagte Weiss. "Gott schenkt uns Räume, in denen wir das erfahren dürfen. So wie diese schöne Kirche hier." 30 Kinder sangen ein Geburtstagsständchen. Der Kirchenchor der Pfarrei und die Posaunenchöre aus Wildenreuth und Kirchendemenreuth gestalteten den Gottesdienst und das Rahmenprogramm.

Pfarrer Wappmann unterstrich, dass es Anfang des 20. Jahrhunderts eines eigenen Gotteshauses bedurfte habe. "Aus den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts ist überliefert, dass die Evangelischen Polizeischutz für ihren Gottesdienst angefordert hätten. Grund dafür war der ständige Streit mit den katholischen Nachbarn in der Simultankirche", berichtete Wappmann. "Man wollte endlich unter sich sein. Deshalb entschieden sich die rund 200 Evangelischen für eine eigene Kirche. So erinnert dieses Gotteshaus an das fromme Selbstbewusstsein ihrer Erbauer."

Heute habe sich die Einstellung zur Ökumene aber gewandelt, betonte der Pfarrer und Kirchenhistoriker. "Die noch bestehenden Simultaneen werden nicht mehr aufgelöst. Man ist stattdessen stolz darauf." Klein, aber fein lautet die Devise der evangelischen Kirche. Die Gemeinde umfasst heute nur 178 Mitglieder und ist mit Wildenreuth und Parkstein zu einer Pfarrei zusammengeschlossen.
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