Der unwiderstehliche „Emilio“
Doris Mois ist ganz vernarrt in ihre Esel

Doris Mois und ihr Emilio haben auf einer Wiese reiche Ernte eingefahren. Die Kräuter bekommt der Esel nach und nach im Winter als Leckerli. Bild: ils
Vermischtes
Kirchendemenreuth
11.08.2016
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(ils/phs) Wer dieser Tage Doris Mois mit ihrem Emilio begegnet ist, hätte meinen können, die Döltscherin hat ihren Esel für eine Prozession oder ähnliches geschmückt. Weit gefehlt: Die beiden haben sich auf den Wiesen des Haberlandes für den Winter eingedeckt. Mit Kräutern, die Emilio mag. Denn der Herr Esel ist zur rechten Zeit heikel, erklärt seine Besitzerin: "Man kann ihn nicht einfach fressen lassen wie ein Pferd. Gras ist zu fett und enthält zu viel Fruktose."

Deshalb waren Halterin und Gehaltener jetzt unterwegs, um Heilkräuter zu zupfen, die Emilio in kleinen Dosen im Herbst und Winter zugefüttert bekommt. "Beifuß mag er gern", sagt Mois. "Der ist gut für die Verdauung, deswegen essen wir Menschen ihn ja auch zur Gans." In ein paar Wochen wird Emilios Chefin außerdem Hagebutten sammeln.

Kein Kuscheltier


Immer wieder muss sie mit Klischees über ihren achtjährigen Begleiter aufräumen. Zum Beispiel, dass er störrisch sei. "Das stimmt nicht, er ist vorsichtig. Wenn ein Esel nicht will, dann hat das seinen Grund." Er ist eben kein Kuscheltier. "Es kann ein halbes Jahr dauern, bis ein Esel Vertrauen zu jemandem aufgebaut hat, aber jetzt geht Emilio mit mir überall hin", sagt die Leiterin der Gemeindebücherei in Kirchendemenreuth.

Sie gibt zu, dass auch sie schon Fehler gemacht hat. "Vor 20 Jahren hatte ich schon mal einen Esel, aber da habe ich viel falsch gemacht, weil ich ihn behandelt habe wie ein Pferd." Das Tier wurde folglich auch nicht alt. Das Kapitel war damit abgeschlossen, bis Mois 2012 bei Neumarkt Emilio in die Augen blickte. "Ich hab ihn gesehen und ... wow."

Dafür, dass sie eigentlich gar keinen Esel wollte, hat Mois bei dieser Gelegenheit groß zugeschlagen und neben Emilio auch Gefährtin Paula gekauft. Beide stehen bei ihren Schwiegerleuten im Stall und werden regelmäßig ausgeführt, aber nicht geritten. Bewegung ist eine Sache, die Pferd und Esel doch verbindet. Ansonsten aber hat die Tierfreundin eine alte Weisheit verinnerlicht: "Einem Pferd kannst du befehlen, ein Muli überreden, aber einen Esel musst du bitten."
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