Fünfstelliger Schaden in Thurndorfer Kapelle
Altarbild am Boden

Pater Samuel Patton (links) und Kirchenpfleger Franz Eller vor dem zerstörten Altarbild. Im oberen Bereich kann man erkennen, dass es aus dem Rahmen gestürzt ist. Bild: ü
Kultur
Kirchenthumbach
17.09.2016
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Thurndorf. Drei Jahrhunderte hielten Haken und Öse den Altar zusammen - bis zu dieser Woche. Während Pfarrer, Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat für die Außensanierung der Mariahilf-Kapelle arbeiten und sammeln, brach der Altar zusammen - eine neue, teure Baustelle.

Ohne Vorwarnung stürzte das Altarbild zu Boden und blieb schwer beschädigt liegen. Vermutlich hat sich eine Öse aus dem Holzrahmen gelöst, an der das Altarbild befestigt war. Pater Samuel und Kirchenpfleger Franz Eller gehen davon aus, dass die Reparatur die 10 000 Euro-Marke übersteigen wird. Die Restauratoren dürfen erst Hand anlegen, wenn Reimund Karl vom Landesamt für Denkmalpflege den Schaden begutachtet hat. Die Reparatur des denkmalgeschützten Altars ist eine filigrane Arbeit und erfordert Fingerspitzengefühl. Die Gottesdienste, Gebetsstunden und Andachten fallen bis auf Weiteres aus.

Der Altar dürfte 300 Jahre alt sein. Geschaffen wurde er von Michael Doser aus Auerbach. Das Altarbild zeigt in der Mitte die gekrönte Mutter-Gottes mit dem Jesuskind. Das Ölgemälde ist wohl unbeschädigt geblieben. Es handelt sich um die Kopie eines Lucas-Cranach-Gemäldes.

Schreinersohn Doser brachte von seiner Wanderschaft durch Böhmen die Kunst der Akanthusaltäre mit. Den Altären wurden goldene Akantus- oder Bärenklauranken beigefügt. Die "Bärenklau-Altäre" nennen Kunsthistoriker den regionalen Beitrag zum Barock. Doser bezeichnete sich selbst als Künstler, um sich vom Handwerker der damaligen Zeit, abzuheben.
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