Krimi-Dinner im Thumbeck-Saal Kirchenthumbach
Theodor ist tot

Das Mordopfer hatte nicht viele Freunde. Doch wer ihm den Dolch ins Herz gerammt hatte, blieb beim Krimi-Dinner lange ein Geheimnis. Bild: Fürk
Kultur
Kirchenthumbach
14.11.2016
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Kurz vor Ende des zweiten Aktes geht das Licht aus. Als es wieder hell wird, liegt der alte Schmitthammer erdolcht auf dem Tisch. Wer ist der Mörder?

Ein Theaterspiel, ein Krimi-Dinner mit dem Titel "Mord a la Carte" - Familienbande" ging im festlich gedeckten Thumbeck-Saal an fünf Abenden über die Bühne. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. Nach einem Aperitif "Mord Royal" gab es als Vorspeise einen bunten Salatteller mit Kräuterdressing und gleich danach den Mord. Aus dem Pulk des Familienclans war zu hören: "Jetzt kann uns der alte Schurke nicht mehr piesacken".

Susanne (Margit Steger) und Alf (Peter Weiß), die Restaurations-Chefs kredenzten nicht nur das Vier-Gänge-Menü, sie führten auch durch den straftatbelasteten Abend und gaben Kommentare ab. Als der alte Patriarch leblos unter dem Kruzifix und neben einer Weinflasche lag, sagte Susanne: "Theodor hat den Löffel abgeben, jetzt kann die Suppe gereicht und gelöffelt werden."

Das Personal schwärmte aus und verteilte Kürbiskern-Süppchen. Alle fünf Vorstellungen mit je 70 Plätzen waren Wochen vorher ausverkauft. Als Hauptmenü servierte das Personal Schweinefilet im Speckmantel an einer Soße mit feiner Preiselbeer-Note, dazu hausgemachte Spätzle.

Auf der Bühne versammelten sich die Familienmitglieder vom erfolgreichen Unternehmer Theodor Schmitthammer, gespielt von Manfred Sendelbeck, der die Anwesenden mit seinen Heiratsplänen überraschte. Und das hätte er vermeiden sollen. Denn mancher Anverwandte fürchtete, dass die glorreichen Zeiten des Geldsaugens vorbei sind. Alle Familienmitglieder waren wie vor den Kopf gestoßen, waren sie doch alle mehr oder weniger abhängig vom Geld des Patriarchen. Dazu gehörten seine Töchter Lisa Müller (Sabine Kißler) die gerne einen hinter die Binde gießt, Anna (Tanya Perl), Enkel Tom Schröder (Leon Eller), dessen Freundin Reah (Julia Groß), die Schwiegersöhne Manfred (Ewald Plößner) und Wilfried (Christian Perl), Bauunternehmer Erwin (Sandro Friedrich) sowie Hausfreund Jean-Jacques (Stefan Schober).

Den blutbefleckten Dolch zog Tom Schröder, ein Ex-Gatte von Schmidthammers Tochter Anne, aus dem leblosen Körper. Doch er war nicht der Mörder. An den Tischen wurde an den fünf Abenden freudig geschlemmt und fleißig spekuliert, wer denn nun diese abscheuliche Tat begangen hat. Übrigens: Die Besucher, die den Mörder erkannt hatten, wurden mit einer Flasche Sekt belohnt.

Regisseur Thomas Frankenberger und Organisationschefin Gabi Strauß heimsten neben den Schauspielern, die alle bestens drauf waren, einen besonderen Applaus ein.
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