58 Namen sind neu

An der Mauer der Friedhofshalle wurde die neue Gedenktafel für die Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkriegs aus Kirchenthumbach angebracht. Helga Friedl (Zweite von links) investierte viel Arbeit und Mühen in das Projekt, Michaela Sames-Reuther (links) von Foto Ott aus Eschenbach kümmerte sich um die Gestaltung. Finanziell beteiligten sich die Marktgemeinde und der VdK-Ortsverband, vertreten durch (von rechts) Bürgermeister Jürgen Kürzinger und Walter Biersack. Bild: lep
Lokales
Kirchenthumbach
20.08.2015
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"Sie haben ihr Leben verloren, aber sie dürfen nie ihren Namen verlieren", sagt Helga Friedl. Sie hat sich in besonderer Weise für die Erneuerung der Gedenktafel für die Gefallenen und Vermissten auf dem Friedhof eingesetzt.

70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war eine Aktualisierung und Renovierung der Tafel dringend nötig. Nun glänzt sie in neuer moderner Optik - verwendet wurde eine Aluminiumplatte mit Acrylglas - an der Mauer der Friedhofshalle.

In Zusammenarbeit mit Michaela Sames-Reuther von Foto Ott aus Eschenbach hat Helga Friedl die Gedenktafel überarbeitet. Nach vielen Telefonaten ist es ihr gelungen, 130 Vermisste und Gefallene aufzulisten. 58 Namen und Bilder sind neu dazugekommen oder richtig eingeordnet worden. Es war eine mühselige und langwierige Arbeit.

Ersatzbild aus Würzburg

Da die Fotos sehr unter der Sonneneinstrahlung gelitten hatten, versuchte Helga Friedl, Ersatzbilder zu erhalten. Wo es keine Möglichkeit mehr gab, wurden die vergilbten Fotos überarbeitet. Friedl bedankte sich in diesem Zusammenhang bei allen Familien der Gefallenen für die Mithilfe - ohne sie wäre das Projekt nicht machbar gewesen. Bis aus Würzburg kamen Bilder.

"Da wurden blutjunge Menschen unter 20 Jahren geopfert", merkte Michaela Sames-Reuther mit Hinweis auf die Geburts- und Sterbedaten an. Oftmals hatten die damals häufig großen Familien gleich mehrere Gefallene und Vermisste zu beklagen.

Die Kosten der Erneuerung werden von der Marktgemeinde und dem VdK-Ortsverband übernommen. Das Anpflanzen der Blumen unter der Gedenktafel übernimmt Walter Biersack vom VdK. "Hier gibt es einen Platz zum Gedenken, das ist für die ältere Generation sehr wichtig", sagt er.

Alle Bilder und Daten wurden zudem archiviert. Das erste Exemplar der Gedenktafel, das aus den 1960er Jahren stammt, wird im Rathaus aufbewahrt.
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