Abwasser teurer

Lokales
Kirchenthumbach
05.12.2015
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Erneut erhöht der Markt Kirchenthumbach die Abwassergebühr. Auch die Verbraucher müssen zahlen. Vielleicht doppelt, wenn die Sanierung kommt. "Unangenehm" und "unheimlich" finden die Gemeinderäte.

"Schon im letzten Jahr hatten wir mit der Gebührensteigerung Schmerzen", brachte der Thurndorfer Marktgemeinderat Harald Oberst vor. "Niemand will politische Preise." Aber es gelte, die laufenden Unterhaltungskosten auf den Prüfstand zu stellen.

Auch CWG-Vorsitzender Jürgen Geyer sind die Kosten nicht geheuer, die der Kämmerer dem Gremium präsentierte. "Grad hamers kriegt und schon sollen wir entscheiden", kritisierte er und empfand auf den ersten Blick die sogenannte Strafzahlung von fast 30 000 Euro in Form der Abwasserabgabe für unheimlich. Unangenehm nannte Dominik Brütting die Kostenentwicklung. Doch die Kalkulation sei wohl realistisch.

Keine Zweifel ließ Kämmerer Michael Eisner an seinem Zahlenwerk. Letztlich entscheide immer der tatsächliche Kostenaufwand über die Gebühr. Die Neukalkulation sei auf der Grundlage der aktuellen Zahlen entstanden. Der Gesetzgeber verbiete eine Gewinnabsicht, betonte der Finanzchef. Im Abwasserbereich herrsche der Grundsatz, nach besten Wissen die Abwassereinrichtungen kostenrechnend zu unterhalten.

Eine Entscheidung über die Generalsanierung der Kläranlage oder einen Neubau erwartet Bürgermeister Jürgen Kürzinger "in nächster Zeit". Auch die Sanierung maroder Abwasserleitungen müsse dann in einem Gesamtkonzept enthalten sein. Deshalb plädierte der Rathauschef für vorsichtiges Investieren. Und das mit dem geballten Gewicht des Bauhofes. Verschiedene Kostenansätze, wie zum Beispiel bei den Energiekosten, stand im Gremium dennoch weiter in der Kritik. Richard Götz plädierte deshalb für einen Arbeitskreis, um Wege zur Kosteneinsparung zu finden. Die Stromkosten waren Winfried Sporrer ein Dorn im Auge. Einen Prüfantrag habe er, so Sporrer, für die Abwasseranlage Kirchenthumbach II bereits vor einem Jahr gestellt und Jürgen Geyer bedauerte: "Es läuft hier alles so kurzfristig ohne Prüf- und Diskussionsmöglichkeit".

Vor einer Vertagung der Beschlussfassung warnte Kämmerer Eisner. Dann könne die Gebührenänderungssatzung nicht rechtzeitig zum 1. Januar 2016 in Kraft treten. Die Zweifel einiger Räte an der Stimmigkeit der Kalkulation blieben. Sie äußerten sich bei der Beschlussfassung in sieben Gegenstimmen. Die Mehrheit von zehn Räten einschließlich Bürgermeister Jürgen Kürzinger entschied sich für eine Erhöhung der Abwassergebühren. Je Kubikmeter beträgt die Kanalgebühr künftig für den Bereich Kirchenthumbach I mit dem Hauptort 3,60 Euro (bisher 3,33 Euro) und für Kirchenthumbach II mit Thurndorf und Zirkendorf 3,73 Euro (bisher 3,63 Euro).
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