Abwassergebühren steigen rasant

Lokales
Kirchenthumbach
20.12.2014
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Nur die Thurndorfer Vertreter im Marktgemeinderat waren schließlich noch gegen den Kompromissvorschlag: Die Abwassergebühren gehen 2015 zum Teil kräftig nach oben, allerdings wird der Preis bereits für 2016 neu kalkuliert.

Manche Kostenfaktoren hatten zuvor für heftige Diskussionen gesorgt. Kämmerer Michael Eisner hatte den Räten in der Sitzung am Mittwochabend die Gebührenkalkulationen für die Entwässerungseinrichtungen I (Kirchenthumbach/Burggrub) und II (Altzirkendorf/Neuzirkendorf/Thurndorf) ausführlich erläutert. Zuvor hatte er erklärt, dass eine Neuberechnung bereits 2012 beziehungsweise 2013 hätten vorgenommen werden müssen.

Im Bereich der Einrichtung I komme auf Basis der Kalkulation ein Preis von 3,33 Euro pro Kubikmeter heraus, was eine Steigerung von zehn Cent bedeute, informierte er. Wesentlich krasser fällt die Kalkulation für die Einrichtung II aus: Es ergibt sich eine Steigerung von bisher 2,97 Euro auf 3,64 Euro pro Kubikmeter.

Als die Marktgemeinderäte das hörten, fiel einigen von ihnen zumindest sinnbildlich die Kinnlade nach unten. "67 Cent mehr sind brutal", stellte Winfried Sporrer (CSU) fest. Es sei fraglich, ob dies den Bürgern wirklich zugemutet werden könne und ob nicht eher eine "Etappen-Lösung" sinnvoll sei.

"Nicht nachvollziehbar"

Jürgen Geyer (CWG) und Angela Kummert-Schleicher (BGT) hinterfragten die gestiegenen Betriebskosten bei der Einrichtung II, die sich letztlich in der massiven Erhöhung niederschlagen. Besonders die Erhöhung des Strompreises, aber auch die innere Verrechnung der Bauhof-Stunden fiel ihnen ins Auge. "Das ist sehr suspekt und nicht nachvollziehbar", erklärte Kummert-Schleicher.

Kämmerer Michael Eisner machte mehrmals deutlich, dass er auf der Basis des vorliegenden Zahlenmaterials kalkuliert habe. "Die Einrichtung I mit der Einrichtung II zu vergleichen, ist gleichbedeutend mit einem Vergleich zwischen Äpfel und Birnen", sagte er. Beide seien eben unterschiedlich beschaffen. Bürgermeister Jürgen Kürzinger ergänzte, dass es in der Einrichtung II vermehrt Pumpenstörungen gebe, weshalb die Bauhof-Mitarbeiter verstärkt eingesetzt werden müssten.

Zum Handeln gezwungen

Den kritischen Stimmen standen jene Räte gegenüber, die die Kalkulationen umsetzen wollten - bei allem Verständnis für die massive Gebührensteigerung. "Wir sind schon auch gezwungen zu handeln", sagte zweiter Bürgermeister Josef Schreglmann (CSU). Dominik Brütting (SPD) stellte ebenfalls fest, dass die Zahlen "Hand und Fuß" hätten. Man sollte sich einig sein, keinen "politischen Preis" mehr zu machen.

Mit dem Kompromissvorschlag der Verwaltung, die Abwassergebühren vorerst nur für das nächste Jahr festzulegen und noch detaillierter über die höheren Strompreise und die innere Bauhof-Verrechnung zu diskutieren, konnten sich fast alle Räte arrangieren. Nur Angela Kummert-Schleicher und Fraktionskollege Harald Oberst stimmten dagegen.
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