Bei Wind und Wetter zur Gnadenstätte

Bunt gemischt war die Pilgergruppe, die am Sonntagnachmittag nach 80 Kilometern Fußmarsch wieder in Kirchenthumbach eintraf: Jung und Alt hatten an der jahrhundertealten Wallfahrt nach Gößweinstein teilgenommen - viele Neulinge ebenso wie zahlreiche "alte Hasen". Bild: rfü
Lokales
Kirchenthumbach
02.06.2015
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"Himmlische Duschen" auf dem Hinmarsch, sonniges Wetter auf dem Nachhauseweg: 110 Gläubige aus der Pfarrei Mariä Himmelfahrt nahmen den beschwerlichen Pilgerweg zur Gnadenstätte in Gößweinstein auf sich.

Seit 1654 steuern Wallfahrer aus Kirchenthumbach das Gnadenbild in der Basilika zur Heiligsten Dreifaltigkeit an. In diesem Jahr waren es 110 Teilnehmer, die die 40 Kilometer lange Strecke gegangen sind - mit zahlreichen Anliegen und Bitten im Gepäck. Auch einige Musiker der Blaskapelle machten den Marsch mit. Für die medizinische Versorgung der Pilger war die Rotkreuzgemeinschaft zuständig.

Am Sonntag um 4.30 Uhr zelebrierten Dekan Stadtpfarrer Thomas Jeschner aus Eschenbach und Pater Dr. Benedikt Röder in der Basilika zur Heiligsten Dreifaltigkeit einen Gottesdienst, den der Kirchenthumbacher Kirchenchor unter Leitung von Herbert Fraunhofer musikalisch gestaltete. Danach traten die Wallfahrer den 40 Kilometer langen Heimweg an.

Versprechen aus Pesttagen

Am Nachmittag erwartete Pater Benedikt die Pilger in Burggrub und begleitete sie in die Pfarrkirche. Singend und betend zog die Gruppe in Kirchenthumbach ein, wo sich viele weitere Pfarrangehörige der Prozession anschlossen. Mit dem Segen, dem Dank des Geistlichen an die Teilnehmer und dem Lied "Großer Gott, wir loben dich" endete die Wallfahrt, die traditionell am Dreifaltigkeitssonntag stattfindet. Zurückzuführen ist sie auf ein Versprechen der Kirchenthumbacher, die in ihrer Not die Heiligste Dreifaltigkeit angerufen hatten und erhört wurden.

Um das Jahr 1600, als die Pest flächendeckend ausbrach, versprachen die "Thumbacher", jedes Jahr am Dreifaltigkeitssonntag nach Gößweinstein zu pilgern, wenn sie dem "Schwarzen Tod" entrinnen würden. Landauf, landab herrschte damals die Beulen- und Lungenpest, die ein Viertel der damaligen Bevölkerung hinwegraffte.

Es ist jedoch davon auszugehen, dass es bereits im 15. oder sogar 14. Jahrhundert Wallfahrten nach Gößweinstein gab. Im Laufe der Jahrhunderte haben Generationen von Pilgern in ihren Anliegen und Bedrängnissen Erhörung an der Gnadenstätte gefunden.
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