Bergkirche: Knabenantlitz im Fenster trägt Züge von Karl Schmidt - Jubiläumsjahr endet mit ...
Unfallopfer neben heiligem Bruder Konrad

So sah das ehemalige Schuhmann-Anwesen - Hausname "Wiesenfriedl" - in der Auerbacher Straße in den 1930er Jahren aus. Bis 1991 befand sich darin ein Lebensmittelgeschäft, das Klara Schuhmann führte. Links an der Wand ist die handbetriebene Zapfsäule der Agip-Tankstelle zu sehen. Repro: ü
Lokales
Kirchenthumbach
20.12.2014
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Das Jubiläumsjahr "700 Jahre Kirchengeschichte - 300 Jahre Bergkirche Maria Zell" neigt sich dem Ende zu. Offiziell abgeschlossen wird der so erfolgreiche und auch nachhaltig wirkende Festreigen am Samstag, 27. Dezember, um 18 Uhr mit einem Dank- und Abschlussgottesdienst mit Weihe des Johannisweines. Danach findet im Pfarrheim eine Begegnung statt.

Höhepunkt des Jahres waren zweifellos die Feiern zum 300-jährigen Bestehen der Bergkirche, die eine Herzensangelegenheit der Kirchenthumbacher ist. Im Zuge des Jubiläums wurde immer wieder Altes neu entdeckt: sowohl Historisches und Baugeschichtliches als auch Schicksalhaftes.

Für die Ortsgeschichte interessant ist das Fenster an der Südseite der Bergkirche. Das farbenprächtige, auf Glas gemalte Motiv zeigt den heiligen Bruder Konrad, der einem Knaben ein Stück Brot reicht. Geschaffen hat das Fenster der Regensburger Künstler Georg Schneider, Inhaber der Bayerischen Hofglasmalerei.

Das Gesicht des Knaben trägt die Züge von Karl Schmidt aus Kirchenthumbach, einem Bruder von Klara Schuhmann. Er war 1933 im Alter von nur neun Jahren von einem Motorrad erfasst und schwerverletzt worden. Zwei Jahre später starb er an der Folgen der Verletzungen. Pfarrer Leonhard Zechmeier ließ das Gesicht des Buben von einem Kommunionbild abmalen und in das Fenster integrieren. Dies war der besondere Wunsch der Mutter Margarete Schmidt, die auch die Kosten übernahm.

Die Familie Schmidt betrieb in der Auerbacher Straße eine Landwirtschaft und einen Krämerladen mit Tankstelle. Margarete Schmidt war Mutter von sieben Söhnen und Töchtern, fünf davon verstarben bereits im Kindesalter. Den elterlichen Betrieb übernahm Tochter Klara, die den Ökonom Wolfgang Schuhmann aus Grünthannmühle heiratete.
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