Das Beste zum Feste

Bild: Hartl (Archiv)
Lokales
Kirchenthumbach
26.11.2015
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Groß sollte er sein, von geradem Wuchs und mit einer starken Mitte: der perfekte Christbaum. Gärtnermeister Robert Herl warnt aber davor, sich vom Aussehen der Bäume täuschen zu lassen.

Das hat nämlich keinen Einfluss darauf, wie lange sie ihr Nadelkleid behalten. "Entscheidend ist das Saatgut, die Genetik und Kulturführung." So wächst die Nordmanntanne, einer der beliebtesten Christbäume, beispielsweise in circa 800 Höhenmetern. Mit einer Höhe von 420 Metern entspreche Deutschland aber nicht ihrem natürlichen Standort. "Und die Genetik muss halt auch zur Umgebung passen", betont der 70-Jährige.

Für Käufer ist es wichtiger, dass der Preis zum Baum passt. Und da wollen die meisten sparen, wie der ehemalige Christbaumhändler weiß. Die meisten freuen sich darüber, wenn sie sogenannte "Aktions-Bäume" für 18 bis 20 Euro ergattern. Die wenigstens wissen, dass es sich dabei um Ware zweiter und dritter Wahl handle. "Man erkennt sie daran, dass sie im Gegensatz zu Qualitäts-Bäumen kein Etikett tragen", verrät er.

Weihnachtstauglich sind aber auch Bäume ohne Etikett. "Deswegen sind sie ja nicht schlechter, nur ein bisschen unperfekter." Der Stamm sei höchstens etwas krumm oder die Äste nicht so dicht, aber größere Makel hätten sie nicht. Wer nach einer fehlerlosen Nordmanntanne sucht, erkennt sie an roten und gelben Etiketten. "Für die ist man aber auch schnell 55 Euro los."

Schlag entscheidet

Der Baum-Kauf ist für Kunden jedes Jahr eine "Vertrauenssache". Wie lange Tannen, Fichten oder Kiefern ihr Nadel-Kleid behalten, hängt vom Zeitpunkt ab, an dem sie geschlagen wurden. "Und das können die Leute ja nicht wissen." So werden in den nördlichen Ländern wie Dänemark Bäume schon Ende Oktober geschlagen und bis zum Verkauf kühl gelagert. In Norddeutschland dagegen beginnt die Rodung erst Mitte November. Innerhalb von drei Tagen werden sie anschließend nach Süddeutschland transportiert.

Angekommen

Hat es ein Christbaum bis ins Wohnzimmer geschafft, gehört er sofort ins Wasser. "Sonst verharzt die Schnittfläche zu sehr und der Baum kann Flüssigkeit nicht mehr aufnehmen", erläutert der Experte. Ansonsten könne man nicht viel tun, um Fichten oder Tannen am Nadeln zu hindern. Tipps wie Glycerin ins Wasser zu kippen bringe nichts und erhalte sie auch nicht länger am Leben.

Mit dem Weihnachtsfest endet auch das Dasein der Nadelbäume. "Dann kann man sie höchstens noch verbrennen", lacht Herl. Er selbst gibt seinen ausgedienten Christbaum, vorzugsweise eine Kiefer aus dem Sauerland, anschließend einem Förster. Der lege ihn für Rehe am Waldrand aus. Und denen sei das Etikett der Christbäume egal.
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