Der Ton macht die Musik

Gut katholisch ist eine kurze Messe und ein langer Frühschoppen.
Lokales
Kirchenthumbach
08.06.2015
8
0

Áuf Takt und Ton kommt es an, in der Musik wie in der Gemeinschaft. Den Festgottesdienst zum 25. Jubiläum der Kirchenthumbacher Blaskapelle nutzte Pfarrer Pater Benedikt Röder um auf diese Gemeinsamkeiten hinzuweisen.

"Musik ist Gebet." Dieses Zitat Carl Ludwig Börnes war Motto des Festgottesdienstes zum 25. Jubiläum der Blaskapelle Kirchenthumbach. Der Eucharistiefeier im Festzelt war ein Kirchenzug vom Turnerplatz an die Eschenbacher Straße vorausgegangen.

Ministrantendienst, Lesung und Fürbitten übernahmen aktive Musiker der Kapelle. Die Musik steuerte die Knabenkapelle Auerbach bei. Dort haben viele vom Kirchenthumbacher Stamm ihre musikalische Ausbildung erhalten. Pater Dr. Benedikt Röder zitierte zu Beginn das Buch Jesus Sirach: "Wo es Musik und Gesang zu hören gibt, halte keine langen Reden." An diesen Rat wolle er sich halten und nicht zu lange predigen. "Gut katholisch ist eine kurze Messe und ein langer Frühschoppen."

In seiner Predigt nutzte er die Kapelle, um an ihr zu verdeutlichen: "Wenn die Blaskapelle oder einige Musiker die Noten falsch spielen, entsteht Disharmonie. Die Noten müssen aufeinander bezogen sein, damit Harmonie sein kann." Jeder wisse, wie schnell Unstimmigkeit entstehe. Das fange in der Familie an, im Verein, in den Gruppen und in der Gemeinschaft. Schuld seien oft Missverständnisse. Mancher habe Vertrauen verloren, weil das, was er gesagt hat, verdreht wurde. Manche haben Freude daran, wenn sie Menschen oder Gemeinschaft kaputt machen können. Damit müsse jede Gemeinschaft fertig werden.

Zu Beginn des Konzerts werden die Instrumente gestimmt. Manch Zuhörer frage sich, was das "Geklimper" soll. Die Instrumente müssen abgestimmt sein. "In jeder Gemeinschaft müssen wir abgestimmt sein. Dann folgt der gemeinsame Einsatz. Der einzelne kann nicht anfangen, wann er will, er muss auf das Zeichen des Dirigenten warten." Auch jede Gemeinschaft lebe vom Takt der Mitglieder, ebenso vom nötigen Abstand voneinander. Der Prediger stellte die Frage: "Bin ich taktvoll, höflich, rücksichtsvoll und feinfühlig den anderen in der Gemeinschaft und im Verein gegenüber - auch wenn jemand mal anderer Meinung ist?"

Pater Benedikt unterstrich, ihm sei es ein Herzensanliegen der Blaskapelle zum Jubiläum für ihren Dienst in der Pfarrgemeinde ein herzliches Vergelt's Gott auszusprechen. "Allzu oft nehmen wir dies als selbstverständlich an." Als er vor drei Jahren seinen Dienst in der Pfarrei angetreten hat, habe sein Mitbruder Pater Adrian gesagt: "Schätz dich glücklich, du hast eine Blaskapelle in deiner Pfarrei!" Da habe er vollkommen Recht gehabt. Deshalb sei es richtig, allen Musikern und den Verantwortlichen des Vereins zu danken.

Die Mitgliedschaft in der Blaskapelle möge verschiedene Gründe haben: Interesse an guter Blasmusik, musikalische Begabung, die Freude daran, mit anderen und für andere zu spielen. In jedem Fall würden die Mitglieder der Kirchenthumbacher Blaskapelle ihre Begabung, ihre Zeit und Kraft in den Dienst der Gemeinschaft stellen, gemäß eines Wortes aus dem ersten Petrusbrief: "Dient einander, jeder mit der Gnadengabe, die er von Gott empfangen hat." Dafür gebühre den Musikern Dank und Anerkennung. Pater Benedikt wünschte der Blaskapelle viele neue Mitglieder und viel Freude bei ihrem Dienst. "Das ist ein Dienst an Gott und den Menschen, denn "Musik ist Gebet". Ein Frühschoppen mit der Jubiläumskapelle schloss sich an.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juni 2015 (7771)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.