Die Art muss passen

Auch beim Anbau von Zwischenfrüchten gilt es zahlreiche Aspekte zu beachten. Wichtige Informationen dazu gaben fünf Referenten den Landwirten an die Hand. Auf dem Versuchsfeld bei Kirchenthumbach wurden insgesamt zwölf Ansaatmischungen verglichen. Bild. ü
Lokales
Kirchenthumbach
31.10.2014
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Trinkwasser, das wichtigste Lebensmittel für den Menschen, kann geschont werden - vor allem, wenn in der Landwirtschaft beim Bestellen der Felder einige einfache Regeln beachtet werden.

Zu den empfohlenen Maßnahmen zählt der Anbau von Zwischenfrüchten. Warum das so ist, darüber informierten sich zahlreiche Landwirte auf einem Versuchsfeld in der Marktgemeinde. Das Fachzentrum für Agrarökologie in Amberg, die LKP-Verbundberatung der Oberpfalz sowie das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Weiden hatten dazu eingeladen.

Verglichen wurden auf dem Acker zwölf Ansaatmischungen. Referenten waren Martin Schreyer vom Landwirtschaftsamt, Josef Rupprecht, der Leiter des Fachzentrums Agrarökologie, seine Mitarbeiter Josef Bösl und Roland Schleicher sowie Pflanzenfachberater Ludwig Peter. Praktische Demonstrationen vor Ort untermauerten die Thesen.

Fruchtfolgen auflockern

Ziele des Anbaus von Zwischenfrüchten sind die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit durch Humusbildung und Erosionsschutz sowie der Schutz von Oberflächengewässern, Grundwasser und folglich des Trinkwassers durch Stickstoffkonservierung über den Winter. Der Humuserhalt erfolge durch die Zufuhr organischer Substanz und die Verbesserung der Bodenstruktur durch das Erschließen des Bodenraumes, erläuterten die Referenten.

Weiter gehe es um die Förderung der Biodiversität - durch artenreiche Mischungen - und die Auflockerung enger Fruchtfolgen. Zwischenfrüchte unterschieden sich hinsichtlich Wachstum, Trockenmassebildung und Durchwurzelung deutlich von herkömmlichen Pflanzen. Es komme zunächst darauf an, je nach erwünschter Wirkung die passende Art oder Artenmischung auszuwählen. Weitere wichtige Steuerungsgrößen seien Saattermin, Saatbettbereitung, Saatstärke und eventuelle Stickstoffdüngung.

Stehe bei Mais oder anderen spät schließenden Reihenkulturen der Erosionsschutz im Vordergrund, so müsse nach der Saat genügend Mulchauflage zur Bedeckung des Bodens vorhanden sein. 30 Prozent würden einen sehr guten Schutz bieten, mehr Bodenbedeckung einen noch höheren. Dies lasse sich aber nur erreichen, wenn die Zwischenfrucht gut entwickelt in den Winter gehe, die Anforderung nach hoher Biomasse erfülle und schnellwüchsige Arten nach dem Abfrieren genügend strohiges Material hinterlassen.

Injektionsverfahren

Im Frühjahr sollte dann bei der Einarbeitung von Gülle und der Bereitung des Saatbetts kein "reiner Tisch" gemacht werden. Im Idealfall werde Gülle im Injektionsverfahren ausgebracht. Je höher das Erosionsrisiko, desto konsequenter müsse dabei vorgegangen werden.

Denn die Einarbeitung der Gülle mittels Scheibengrubber reduziere den Bedeckungsgrad auf etwa zehn Prozent. Eine zweimalige Bearbeitung lasse den Mulch fast verschwinden. Alle Maßnahmen zum Erosionsschutz dienten auch dem Schutz der Oberflächengewässer vor Verschlammung und Nährstoffeintrag, machten die Referenten deutlich.
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