Er bohrt und bohrt

Lokales
Kirchenthumbach
15.10.2015
1
0

Warnstufe gelb herrscht zur Zeit in Sachen Borkenkäfer. Grund dafür ist die extreme Trockenheit in diesem Jahr. "Heuer wuchsen zwei volle Generationen heran und die dritte Generation ist bereits beim Bohren", verdeutlichte Forstamtsrat Mathias Rupp.

Herbstzeit ist bei der Forstbetriebsgemeinschaft Eschenbach (FBG) Informationszeit. Zu diesem Zweck hatte sie zu Gebietsversammlungen nach Kirchenthumbach, Schlammersdorf und Eschenbach geladen.

Der Borkenkäfer hatte im Sommer Hochkonjunktur. Mathias Rupp als Vertreter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten stellte die wichtigsten Käferarten vor: "Der Buchdrucker befällt Fichtenholz ab acht bis zehn Zentimeter, der Kupferstecher schwächeres Material und Äste." Als Nachweis der Fresslust diente ein größerer Fichtensetzling, der nach massivem Befall abstarb.

"500 Käfer reichen aus, eine Altfichte tödlich zu befallen. Nach sechs bis acht Wochen können bis zu 20 000 Jungkäfer ausfliegen. Aus einem Käferbaum entwickeln sich 20 befallene Bäume", verdeutlichte Rupp die Gefährlichkeit des Borkenkäfers. Er drängte daher zu einer "intensiven Waldbegehung".

Änderungen absprechen

Auch über das Waldförderprogramm informierte er. Der Referent widmete sich dabei vorrangig der Wiederaufforstung und der damit verbundenen Förderung. Den Zuschuss für Laubwald von 1,10 Euro und für Mischwald von 0,85 Euro pro Pflanze nannte er einen "guten Satz".

Damit diese in den Genuss der Förderung kommen riet er den Waldbesitzern dringend, alle Änderungen von Pflanzverband und -sortiment vorher mit dem zuständigen Förster abzusprechen. Landesweites Bestreben sei es, bis 2020 auf einer Fläche von 200 000 Hektar den Umbau zu Laubholzbeständen zu erreichen.

Ab 250 Euro aufwärts

Der Forstmann stellte die Förderzuschläge für zertifizierte, Ballen- und Großpflanzen sowie Markierungsstäbe und Wuchshilfen vor und erläuterte die Vorgaben bei Ergänzungspflanzungen. "Die Bagatellgrenze für Fördermaßnahmen liegt bei 250 Euro."

Besondere Kriterien gelte es zu beachten, wenn Maßnahmen zur Naturverjüngung und Jungbestandspflege gefördert werden sollen. Hier informierte Rupp über Vorgaben bei Misch- und Laubbeständen und die Kriterien für Binde- und Sperrfristen.

Da Waldarbeit die unfallträchtigste Beschäftigung ist, wurde 2013 in Bayern die Aktion "Rettungstreffpunkt" angestoßen. Rupp erläuterte das System "Rettungskette Forst" und die dafür angebrachten grünen Tafeln.
Weitere Beiträge zu den Themen: Eschenbach (13379)Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.