Erst Kanäle dicht machen

Eins nach dem anderen beim Abwassersystem: "Wir müssen wirklich schrittweise vorgehen, sonst verzetteln wir uns." Das machte Diplom-Ingenieur Werner Erhart den Marktgemeinderäten in seinem Bericht in der März-Sitzung deutlich. Bild: stg
Lokales
Kirchenthumbach
11.03.2015
2
0

Das Kanalnetz der Abwasseranlage hat ein Problem - und nicht nur eines: Etwa 25 Schadensstellen dürften es insgesamt sein, die dringend behoben werden müssen. Näheres erläuterte Diplom-Ingenieur Werner Erhart vom Ingenieurbüro für Tiefbautechnik Wolf & Zwick aus Marktredwitz in der Sitzung des Marktgemeinderats.

Seinem Bericht vorausgegangen war eine Schadensanalyse mit einem klaren Ergebnis, das Erhart so formulierte: "Sie haben im Kanalnetz einige Aufgaben zu erledigen."

Der Ingenieur betonte, dass man sich in Kirchenthumbach mit dem Thema der Abwasserbeseitigung wohl längere Zeit beschäftigen müsse. In einem ersten Schritt gehe es dabei noch gar nicht um die Kläranlage selbst, sondern um das Kanalnetz. Hier wurde dessen technischer und hydraulischer Zustand untersucht - und dabei entdeckt, dass vor allem im Ortszentrum einige Schwierigkeiten bestünden.

Fremdwasser reduzieren

Erhart beleuchtete vor den Marktgemeinderäten besonders den Fremdwassereinfluss, der in der Kläranlage bei 80 Prozent liege und dementsprechende Probleme verursache. Er machte deutlich, dass dieses Fremdwasser eben kein Regenwasser sei, sondern vielmehr Wasser, das laufend ins Kanalsystem gelange.

Als Vorgabe gelte, den Fremdwasseranteil auf 50 Prozent zu senken. Dazu müssten zunächst auf alle Fälle die etwa 25 größten Schadensfälle behoben werden. Die Wahrscheinlichkeit sei sehr hoch, dass man dies mit Hilfe von sogenannten "Inlinern" erreichen könne und nicht aufgraben müsse, merkte der Experte an. "Jede Stelle, die gerichtet wird, käme so auf etwa 1000 Euro Kosten", schätze er. Die Arbeiten könnten dabei voraussichtlich in zwei bis drei Wochen erledigt werden. In einem weiteren Schritt müsse beobachtet werden, wie sich die Maßnahmen auf den Fremdwassereinfluss auswirken.

"Schrittweise vorgehen"

"Wir müssen wirklich schrittweise vorgehen, sonst verzetteln wir uns", warnte der Ingenieur. Mit der eigentlichen Kläranlage werde man sich erst später befassen können. Dabei werde man finanziell aber in einer ganz anderen, deutlich höheren Liga spielen.
Weitere Beiträge zu den Themen: März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.