Erweiterungsbau der Bergkirche eine Pannengeschichte - Undichtes Dach, defekte Orgel
Historischer Pfusch am Bau

Lokales
Kirchenthumbach
26.11.2014
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Im Jubiläumsjahr "300 Jahre Bergkirche" kommen ständig neue Details zur Kirche zutage. Beim Erweiterungsbau um 1760 wurde scheinbar etwas oberflächlich geplant, und auch die Handwerker gaben sich keine große Mühe. Die Gläubigen mussten jedenfalls anschließend ständig Ausbesserungsarbeiten finanzieren.

1767 bekam Zimmerermeister Valentin Hammer aus Eschenbach den Auftrag, einen Dachreiter aufzusetzen. 57 Tage nahm die Arbeit in Anspruch. Nach seiner Fertigstellung konnte auch der Giebel zugemauert werden. Dabei wurde das aus Sandstein gehauene Muttergottesbild eingesetzt. Der Glockengießer Kleeblatt aus Amberg lieferte zwei Glocken, die zusammen 106 Kilogramm auf die Waage brachten und 212 Gulden kosteten. Als der letzte Einsiedler von Zissenhof (heute Truppenübungsplatz), Emmeram Metschnabel, 1777 nach Altzirkendorf kam, vermachte er die Glocke seiner Klause der Bergkirche. Bald zeigte sich, dass der Turm dem Gewicht nicht gewachsen war. Die Klausnerglocke wurde 1824 verkauft. An wen, ist in den Büchern nicht dokumentiert.

Flascher Abstand

Gegen Ende des 18. Jahrhundertes mussten viele Opfergulden zur Begleichung von Reparaturrechnungen verwendet werden. Die Orgel wurde 1764 aus Ebnath angekauft, ein Schreiner aus Ensdorf hat sie aufgestellt. Wenig später versagte sie ihren Dienst. Auch der Abstand der von Hand gehauenen Dachlatten war falsch berechnet. Dadurch deckten die Dachziegel nicht richtig. Die Folge war Wasser im Inneren. Die ursprüngliche einfache und "ungefugte" Bretterdecke (ohne Nut und Federn) musste abgenommen und durch eine Rohrmattendecke mit Kalkmörtel ersetzt werden. Vorher wurde die Kirche neu eingedeckt.

Pfarrer Leonhard Zechmeier ging vor den Nazis nicht in die Knie. 1938 ließ er die Kirche in einer glaubensfremden Ära unter hohem finanziellen Aufwand restaurieren und das Innere mit schönen Fresken ausschmücken. Kirchenneubauten und -renovierungen in dieser braunen Zeit sind im Bistum Regensburg kaum bekannt. Der Kunstmaler Wittmann aus München brachte mit seinen Bildern die Verehrung der Gottesmutter zum Ausdruck, indem er Symbole aus der lauretanischen Litanei darstellte.

In zwei Großbildern an der Decke zeigt der Künstler das Geschehen, den Überfall auf Friedrich Eisenhut von 1714 am Wiener Berg und die Weihe der erweiterten Bergkirche im Jahre 1760. Der Überfall auf Friedrich Eisenhut am Wiener Berg war der Auslöser zum Bau der Bergkirche. Weil Eisenhut den Überfall überlebte, legte er das Gelübde zum Bau des Gotteshauses ab.
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