Glockenstuhl in neuem Kleid

In der Glockenstube wurde eine Art Holzkäfig aus dicken Brettern (rechts) eingebaut. Helfer sorgten dafür, dass die Kosten im Rahmen bleiben. Von links: Ludwig Lindner, Pater Dr. Benedikt Röder und Roland Lohner, der sich an der Glocke "Maria" festhält. Bild: ü
Lokales
Kirchenthumbach
13.04.2015
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Sicherheit geht vor! Dieser Grundsatz gilt auch bei Kirchenglocken. Die Kirche kann es sich nicht mehr leisten, nur auf Schutzengel zu vertrauen.

Was die Sicherheit der Glockenstube im 38 Meter hohen Turm der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt betrifft, waren und sind Nachbesserungen notwendig. Erste Arbeiten wurden in den zurückliegenden Tagen erledigt.

Professor Martin Kellhuber, Glockensachverständiger der Diözese Regensburg, hat bei einer Revision festgestellt, dass die Stahlkonstruktion, an der die Glocken befestigt sind, durch einen Glockenstuhl aus hochwertigem Holz ersetzt werden sollte, ebenso das Joch, an dem die Glocke hängt.

Holzstuhl und -joch würden die tieferen und weicheren Bestandteile des Glockenklangs fördern und seien ein wesentlicher Bestandteil des "Musikinstruments Glocke". Ein Glockenstuhl aus gutem Holz gefertigt, der vom Turmgebälk unabhängig sei, sei die beste Lösung und mittel- sowie langfristig in Bezug auf Wartung die kostengünstigere Variante. Eine notwendige und unaufschiebbare Maßnahme, die vom Glockensachverständigen gefordert wurde, ist der Einbau von Schallläden. Diese sollten im Extremfall verhindern, dass Klöppel brechen, durch die Schallöffnungen des Turms ins Freie fallen und Menschen verletzen oder gar töten.

Die Kirchenverwaltung hat die örtliche Zimmerei Reisner mit dem Einbau der Konstruktion, eine Art Sicherheitskäfig, beauftragt. Zehn ehrenamtliche Helfer, haben die Holzbretter auf den Schultern hinauf in die Glockenstube getragen. Die Arbeiten waren nicht so einfach zu handhaben, schließlich hängen in der Glockenstube vier mächtige Stahlglocken. Pater Dr. Benedikt Röder ließ es sich nicht nehmen, die Männer mit Getränke und einer Brotzeit zu versorgen. Gefordert war aufgrund der Witterungsbeständigkeit hochwertiges Holz wie Eiche oder Lärche. Aus Kostengründen wurden Lärchenbretter mit einer Stärke von 35 Millimeter gewählt. Mit allen Nebenkosten sei ein Betrag von rund 4000 Euro fällig.

Die Zeiger der Kirchturmuhr stehen schon seit einiger Zeit auf 17.54. Verantwortlich dafür war der Sturm Niklas. In den nächsten Tagen soll eine Firma aus Regensburg den Sturmschaden beseitigen.
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