Grubbern zahlt sich aus

Der praktische Vergleich bei der Flurbegehung machte es deutlich: Auf einem gepflügten Maisacker versickert Wasser langsamer als auf einem mit einem Grubber bearbeiteten Feld. Vor allem vor dem Hintergrund, Ausschwemmungen - etwa bei Platz- oder Starkregen - zu verhindern, war diese Information für die Landwirte von großer Bedeutung. Bild: ü
Lokales
Kirchenthumbach
28.05.2015
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Auch ein Landwirt lernt nie aus: Zu dieser Erkenntnis kamen die Teilnehmer an einer Flurbegehung auf einem Acker von Christian Pschierer. Im Mittelpunkt stand das Versickern von Wasser auf zwei verschieden bearbeiteten Maisfeldern.

Referenten waren Ludwig Peter vom Landeskuratorium für pflanzliche Erzeugung, Josef Bösl vom Fachzentrum Agrarökologie und Martin Schreyer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, zuständig für Agrarökologie.

Sie demonstrierten unter anderem die Drainagewirkung des Bodens. Der eine Teil des Feldes war dabei gepflügt, der andere Teil mit einem Grubber bearbeitet worden. Der praktische Vergleich fiel eindeutig aus.

Auf eine im Durchmesser 30 Zentimeter große Fläche wurden zwei Liter Wasser gegossen. Diese Menge wurde auf dem gepflügten Acker in 40 Sekunden vom Boden aufgenommen, bei der mit einem Grubber bearbeiteten Fläche waren es nur 16 Sekunden. Grubbern lohnt sich also, vor allem um - im Hinblick auf Platzregen und Starkregen - Abschwemmungen zu verhindern.

Je mehr, desto besser

Weitere Themen der Flurbegehung waren Informationen über Erosionskataster, Wasserentnahme-Richtlinien und die Ermittlung des Mulchbedeckungsgrads. Stehe der Erosionsschutz bei Mais oder anderen spät schließenden Reihenkulturen im Vordergrund, müsse nach der Saat genügend Mulchauflage zur Bedeckung der Bodenoberfläche vorhanden sein. 30 Prozent Bodenbedeckung nach der Saat würden schon einen sehr guten Schutz bieten, mehr sei jedoch noch besser, betonten die Referenten.

Dies lasse sich aber nur erreichen, wenn die Zwischenfrucht gut entwickelt in den Winter gehe und die Anforderung nach hoher Biomasse erfülle. Schnellwüchsige Arten hinterließen nach dem Abfrieren genügend strohiges Material. Mögliche Mischpartner sollten einander ergänzen, um eine gleichmäßige Bedeckung zu sichern, wenn der Boden im Frühjahr nicht intensiv bearbeitet werde, machten die Referenten deutlich. Im Frühjahr sollte im Zuge von Gülle-Einarbeitung und Saatbett-Bereitung zudem kein "reiner Tisch" hergestellt werden. Vor der Reihenkultursaat werde Gülle im Idealfall mit einem Injektionsverfahren ausgebracht. Je höher das Erosionsrisiko, desto konsequenter müsse dabei vorgegangen werden.

Erosions- ist Wasserschutz

Die Einarbeitung der Gülle mittels Scheibengrubber reduziere den Mulchbedeckungsgrad auf etwa zehn Prozent, eine zweimalige Bearbeitung lasse den Mulch fast verschwinden, hoben die Referenten hervor. Alle Maßnahmen zum Erosionsschutz dienten auch dem Schutz der Oberflächengewässer vor Verschlammung und Nährstoffeintrag. Informiert wurden die Landwirte nicht zuletzt hinsichtlich Pflanzenschutz und Pflegemaßnahmen.
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