Grüne Voraussetzung

Josef Fütterer referierte zu Betriebsprämie und Greening. Bild: ü
Lokales
Kirchenthumbach
06.12.2014
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Vorschüsse, Pflanzenschutzkunde, Reha-Maßnahmen, Betriebsprämie und Greening standen im Mittelpunkt der Gebietsversammlung des Bayerischen Bauernverbandes. Die Referenten erklärten auch, wo und weshalb ein Gehilfen- oder Meisterbrief bald nicht mehr ausreicht.

Viel Neues und Interessantes aus der Sozialgesetzgebung vor allem der Berufsgenossenschaft und der Landwirtschaftspolitik aus Brüssel, Berlin und München erfuhren die Landwirte bei einer Gebietsversammlung des Bayerischen Bauernverbandes im Thumbecksaal. Hauptreferenten waren BBV-Kreisobmann Josef Fütterer und BBV-Fachberater Klaus Gieler. Begrüßt wurden die Landwirte aus den Ortsverbänden Kirchenthumbach, Schlammersdorf, Sassenreuth, Thurndorf, Neuzirkendorf und Heinersreuth von Kreisobmann Christian Pschierer.

Klaus Gieler befasste sich mit dem neuen Vorschussverfahren der Berufsgenossenschaft (SVLFG). Die Beiträge zur Berufsgenossenschaft werden jetzt bundesweit einheitlich nach dem Arbeitsbedarf oder dem Arbeitswert/der Lohnsumme berechnet. Die Beitragsrechnungen können aber erst erstellt werden, wenn alle Meldungen vorliegen. Für die Umlage 2014 werden noch im Dezember Vorschussbescheide an alle Mitglieder versandt. Am 15. Januar werden voraussichtlich 40 Prozent des letzten Beitrags für 2013 als erster Vorschuss zur Zahlung fällig. Am 15. Mai folgen weitere 40 Prozent als zweiter Vorschuss. Im August werden die Beitragsrechnungen für 2014 übersandt. Es erfolgt gleichzeitig eine Verrechnung der gezahlten Vorschüsse mit dem Betrag für 2014. Klaus Gieler wies daraufhin, die Möglichkeit von drei Beitragszahlungen (Raten) sei nur möglich, wenn der Betrag des Vorjahres über 305 Euro liege und ein SEPA-Lastschriftmandant erteilt worden sei.

Ein weiteres Thema war die Pflanzenschutzsachkunde. Die bisherige Berechtigung zur Planzenschutzausübung, wie Gehilfen- oder Meisterbrief, werde aberkannt, wenn bis Ende 2015 kein Sachkundelehrgang vorgelegt werden könne. Im Klartext heiße dies: Es muss erneut eine Pflanzenschutzfachkundeprüfung abgelegt werden.

Göhler erläuterte zudem die derzeit vieldiskutierten Themen wie Rente mit 63, Anerkennung von Kindererziehung sowie Reha-Maßnahmen. Die Bundesregierung habe den Etat für Reha-Maßnahmen für die Rentenversicherungsträger um 200 Millionen Euro rückwirkend zum 1. Juli aufgestockt. Der Gesetzgeber sei der Meinung, dass diese Maßnahme notwendig ist, um den geburtenstarken Jahrgängen angemessene Reha-Leistungen zu ermöglichen. Ab 2017 werde diese zusätzliche Erhöhung wieder abgebaut.

Kreisobmann Josef Fütterer befasste sich mit den komplexen Themen wie Betriebsprämie und Greening. Kernpunkt des Entwurfs der neuen EU-Agrarpolitik bis 2020 seien Direktzahlungen und Betriebsprämie, Basisprämie, Greeningprämie, Umverteilungsprämie, Junglandwirteprämie, Kleinerzeugerregelung sowie Neuzuteilung der Zahlungsansprüche. Für den "Greening-Check" biete die BBV-Geschäftsstelle ein individuelles Beratungsangebot an.

Landwirte müssen ab 2015 sogenannte Greening-Anforderungen erfüllen, wenn sie die Betriebsprämie beantragen. Neben dem Dauergrünlanderhalt und der Bereitstellung ökologischer Vorrangflächen ist die Fruchtartendiversifizierung eine Greening-Bedingung.

Die Neuerungen bei "Betriebsprämie & Co." ab 1. Januar seien aufgrund der großen Bandbreite komplex, vielseitig und für jeden Betrieb individuell zu prüfen. Gerade beim Greening sollte jeder Einzelbetrieb für die Umsetzungsmöglichkeiten bei den ökologischen Vorrangflächen und Anbaudiversifizierungen genau angesehen werden. Über die geschulten Fachberater biete der BBV seinen Mitgliedern eine individuelle Beratung. Damit könne den Betrieben Unsicherheit genommen und fundierte Entscheidungshilfen zur Verfügung gestellt werden.
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