Gut gemischt

Forstoberrat Moritz Neumann (links) überreichte mit Forstamtsrat Mathias Rupp (rechts) die neue Forstwirtschaftsplanung an Bürgermeister Jürgen Kürzinger. Bild: do
Lokales
Kirchenthumbach
07.08.2015
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Die Wälder müssen Zukunft haben, sagt Moritz Neumann. Er schlägt längerfristig Korrekturen in der Monostruktur des Kirchenthumbacher Gemeindewaldes und der ehemaligen Ortswälder vor.

Der Vertreter der Bayerischen Forstverwaltung bezieht sich auf ein Sachverständigengutachten, das den schrittweisen Waldumbau hin zum Mischwald vorsieht. Am Mittwochabend überreichte Forstoberrat Moritz Neumann in Anwesenheit von "Kommunalförster" Mathias Rupp an Bürgermeister Jürgen Kürzinger die neuen Leitlinien für die Bewirtschaftung der 78 Hektar großen Waldfläche, die sich auf das Gemeindegebiet verteilt.

Info, wenn gewünscht

Das Gutachten analysiert den Bestand der Rechtlerwälder in Altzirkendorf mit einer Fläche von 3,1 Hektar, in Neuzirkendorf (2,3 Hektar), Thurndorf (29 Hektar), Heinersreuth (14,5 Hektar) und Heinersberg (1,2 Hektar). Für die Waldbauern in den Gemeindeteilen gibt es eine eigene Infoversammlung, "wenn die Leute das wollen", sagt Kürzinger.

Zur Betreuung des Kirchenthumbacher Gemeindewaldes und des sogenannten Rechtlerwaldes aus den genannten Ortsteilen besteht eine Bewirtschaftungsvereinbarung der Marktgemeinde mit den Bayerischen Staatsforsten. Für die Betriebsausführung ist der Kommune Forstamtsrat Rupp zugeteilt. Neumann, Mitarbeiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und Abteilungsleiter bei der Staatlichen Forstverwaltung in Pressath, übertrug die Aufgaben der bayerischen Staatsforsten zur Nachhaltigkeit der Staatswald-Bewirtschaftung auch auf die Kommunalwälder. Deshalb verpflichte der Freistaat mit einem Waldgesetz die Körperschaften, ihren Wald nach den Kriterien eines standortgerechten, gesunden und verjüngungsfähigen Waldes zu bewirtschaften. Neumann unterstrich gleichzeitig die Schutzfunktion des Waldes als Ort der Erholung. Gegenstand der Ausführungen waren auch Hinweise zur Steigerung des Holzertrages. Dieser hat im neuen Gutachten für die Marktgemeinde Kirchenthumbach besonderen Stellenwert. "Holzvorräte, Zuwachs und Nutzung sind die entscheidenden Kriterien einer erfolgversprechenden Waldbewirtschaftung", urteilte der Forstmann.

Daraus folgernd analysierte Neumann die Ergebnisse des privaten Sachverständigen Franz Maier aus Rohr und kam zur Zielvorgabe: "Wir brauchen in unseren Wäldern mehr Laubbaumanteil." Deutlich zu hoch erschienen dem Gutachter und mit ihm den Vertretern der Bayerischen Staatsforsten der Nadelholzanteil auch in den Kirchenthumbacher Waldabteilungen. Der beträgt laut Erhebungen 78 Prozent. Anzustreben sei ein Laubholzanteil von 40 Prozent, als Verjüngungsziel längerfristig sogar von 50 Prozent, zitierte der Referent aus der Betriebsplanung. Neumann argumentierte: "Ein höherer Laubbaumbestand birgt weniger Waldbrandgefahr, hat ein geringeres Sturmwurf-Risiko und mindert den Borkenkäfer-Befall".

50 Prozent Zuschuss

Als besonderes finanzielles Schmankerl gewähre der Freistaat den Kommunen für eine vorbildliche Forstwirtschaftsplanung einen Zuschuss von 50 Prozent. Der Marktgemeinde verbleibt deshalb ein Eigenanteil von 2415 Euro. "Wir tun unser Bestes", versicherte der Forstmann und überreichte mit "Kommunalförster" Rupp das neue Forstbetriebsgutachten an den Bürgermeister.
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