"Helau" und "Amen"

So mancher denkt sich da geheim und im Stillen, was wird wohl noch alles kommen, um Gottes Willen! Hoffentlich hat Pater Benedikt keine neuen Träume mehr, sonst sind die Geldbeutel der Dumbächer bald ganz leer!
Lokales
Kirchenthumbach
18.02.2015
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"Ist der Fasching in der Messe wirklich zu nennen? Soll man das eine vom andern nicht besser trennen? Wer so denkt, der verkennt die reiche Tradition. Denn in der Kirche gab es die Narren immer schon."

Mit einer Faschingspredigt begeisterte Pater Dr. Benedikt Röder die Besucher der beiden Gottesdienste am Wochenende. In seinem in Verse und Reime verpackten Streifzug durch das vergangene Jahr glossierte er humorvoll dessen Höhepunkte. "Oh when the saints go marchin in", spielte Organist Herbert Fraunhofer beim Einzug des Pfarrers und der Ministranten.

Auch wenn der Fasching im Kirchenjahr keine ausgesprochene liturgische Festzeit sei, komme ihm doch gerade eine besondere Bedeutung zu, betonte Röder. Es komme ja nicht von ungefähr, dass der Fasching gerade in katholischen Hochburgen wie Köln und Mainz besonders gefeiert werde.

Die lustigen Tage verbänden Weihnachten und Ostern, die beiden Festzeiten des Kirchenjahres. Die Freude und damit auch das Lachen als Ausdruck herzlicher Freude stehe im Mittelpunkt der Botschaft Jesu. Wer lache und mit Lachen andere anstecke, stehe auf Gottes Seite, denn: "Gott liebt das Lachen", sagte der Geistliche.

"In gereimter Form kann ich da manches anders sagen als in trockenen, nicht-fasnachtlichen Tagen. Ich hoff', dass sich niemand nun wundert gar sehr oder sich tut mit dieser Art der Predigt jetzt schwer", lautete der Auftakt seiner Faschingspredigt. Dann ging Röder auf das zurückliegende Jubiläumsjahr "700 Jahre Kirchengeschichte" ein.

"An einem Tag sind zwei Bischöfe zu uns gekommen und haben Gottesdienst gefeiert mit uns Frommen. Auch Petrus hatte ein Einsehen mit den Dumbächern, drum sind viele gekommen aus nah und von fern. Wir waren gute Gastgeber für unsere Gäste. Ja, die Dumbächer können feiern große Feste."

"Kirchturm leuchtet"

Auch das Eisenhut-Schauspiel hob er besonders hervor: "So was zu sehen bekommen wir wohl nur einmal im Leben. Wenn auch viel Regen vom Himmel fiel, waren alle erfreut über das tolle Freiluftspiel."

Die Anstrahlung der Pfarrkirche und die neuen Glocken für die Bergkirche waren weitere Themen: "Ob mit Schlammersdorf, Eschenbach oder Biwara, können wir jetzt auch mithalten, das ist wunderbar! Denn bei Nacht leuchtet der Kirchturm jetzt hell und klar, die Strahler wurden uns gestiftet, das ist wahr." Darauf hofft der Geistliche auf bei seinem neuesten Projekt: "Wenn die Spenden fließen, werden die Glocken kommen ganz flott." Doch: "So mancher denkt sich da geheim und im Stillen, was wird wohl noch alles kommen, um Gottes Willen! Hoffentlich hat Pater Benedikt keine neuen Träume mehr, sonst sind die Geldbeutel der Dumbächer bald ganz leer!"

"Bleibt alles, wie es war"

Nicht zuletzt nahm sich Pater Benedikt der Poller an: "Vor dem Kirchplatz sollten entfernt werden die Poller, damit dort parken können Autos und die Roller. Im Bauausschuss wurd' heftig diskutiert, die Presse hat sich darüber sogar amüsiert. Doch die Kirchenverwaltung will die Entfernung nicht, und wünscht, dass man vorher mit ihr solche Themen bespricht. Es bleibt nun alles, wie es war, beim alten, und die Autos können weiterhin auf der Straße halten."

"Ja, im vergangenen Jahr ist bei uns viel geschehen", resümierte er zum Schluss. "So mancher fragt sich, wie wird's wohl weitergehen? Geh beruhigt deine Wege mit Gottes Segen, denn an ihm ist alles gelegen. Ich end nun, wie es üblich ist in diesem Rahmen, mit einem leisen Helau und einem kräftigen Amen." Die Gläubigen belohnten die Predigt mit langanhaltendem Beifall. Zum Finale erklang auf der Orgel "Yellow Submarine".
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