Hilfe an den Himalaya

Die Gründer des Vereins Wiederaufbau Bhaktapur (von links): Peter Böhme, Franzi Prößl, Thomas Frankenberger, Giovanni Scheibler, Martin Kohl, Günther Dilling, Rudi Dunzer, Margit Kohl und Fritz Fürk. Bild: Fürk
Lokales
Kirchenthumbach
30.06.2015
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Das Erdbeben von Nepal hat auch den Rest der Welt erschüttert. Zwei Monate nach der Naturkatastrophe hat Martin Kohl nun den Verein "Hilfe für Bhaktapur" gegründet. Der Kirchenthumbacher hat eine besondere Beziehungen zur Stadt am Himalaya.

Das Erdbeben von Nepal ist Martin Kohl sehr nahe gegangen. Fünf Jahre hat er als Entwicklungshelfer dort gelebt und gearbeitet, noch immer pflegt er besonders nach Bhaktapur gute Verbindungen. Bei der Vereinsgründung konnte Kohl deshalb aus erster Hand von der Not der Menschen nach dem großen Erdbeben und den vielen Nachbeben berichten.

Kohl hat mit seiner Familie fünf Jahre in Nepal gelebt. Vor allem in der Königsstadt Bhaktapur im Kathmandutal war er lange. Erst kurz vor dem Erdbeben war Kohl wieder in dem Ort, in dem er in den Jahren 1974 bis 1979 für die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) Aufbauarbeit leistete. Im Bhaktapur Development Projekt war er für den Bau der Infrastruktur zuständig. Mit rund 2000 Mitarbeitern baute er damals Kanäle, Wasserleitungen, Abwassersysteme und Straßen. Er kümmerte sich um Abfallbeseitigungs- und -Entsorgungssysteme.

Im April 2015 hat sich Kohl seine Arbeit in Bhaktapur wieder angeschaut. "Nach 35 bis 40 Jahren war die Altstadt immer noch in hervorragenden Zustand. Tempel, Gebäude, Straßen und Plätze standen hervorragend da", erklärt Kohl. Allerdings sei die Trinkwassersituation schon zu diesem Zeitpunkt "katastrophal" gewesen. "Die Altstadt erhielt kaum mehr Trinkwasser aus den Leitungen." Die Frauen in der Altstadt benutzten deshalb alte Stadtbrunnen mit schlechtem Wasser. Das sorge für Krankheiten. Zudem reiche das Wasser dennoch nicht aus. Inzwischen wird Wasser in Tanks angeliefert und verkauft.

Tage nach der Abreise machte das Erdbeben alles noch schlimmer. "In Bhaktapur sind ganze Viertel zusammengebrochen, Trinkwasser ist noch viel knapper. Schon vor der Katastrophe vom April zählte Nepal zu den ärmsten Ländern der Welt. Nun stünden viele Menschen vor dem Nichts, weil ihre Häuser zerstört sind und die Touristen ausbleiben. Auf Hilfe der nepalesischen Regierung hoffe niemand. "Die Menschen müssen mit ihrem Schicksal alleine fertig werden", berichtete Kohl.

Er habe sich deshalb bereits an die deutschen Entwicklungshilfebehörden gewandt. "Die deutsche Entwicklungshilfe muss sich in Nepal einbringen." Die Projektmitarbeiter des Bhaktapur Projekts stehen mit ihrer langjährigen Erfahrung ehrenamtlich zur Verfügung und möchten helfen, einen Aufbauplan zu erstellen und sich am Wiederaufbau zu beteiligen. "Sach- und Ortskenntnis der Vereinsmitglieder stellen sicher, dass die Hilfe schnell bei den Menschen ankommt", versicherte Kohl. Wegen der Dringlichkeit, und weil es schon Sponsoren gab, haben die Mitglieder bereits vor der Vereinsgründung eine Aktion gestartet. Fünf mobile Wasseraufbereitungseinheiten haben sie so bereits nach Nepal geschickt. (Hintergrund)
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