Im Februar geht's rund

Zwischen Alt- und Neuzirkendorf entsteht die erste Windkraftanlage auf Kirchenthumbacher Gebiet. Aus dem Boden ragt derzeit eine 80 Meter hohe Betonsäule. Links sind die beiden Anlagen auf Auerbacher Gebiet, die bereits Strom erzeugen.132 Bürger aus der Region haben dafür Kapital als Kommanditisten in das Unternehmen eingebracht. Bilder: Fürk
Lokales
Kirchenthumbach
12.11.2015
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Schon von Weitem fällt sie ins Auge: Fünf Millionen Euro investiert das Unternehmen Voltgrün in eine Windkraftanlage auf dem Jurahöhenzug zwischen Altzirkendorf und Neuzirkendorf. Es ist die erste Anlage, die auf Terrain des Marktes Kirchenthumbach entsteht.

Künftiger Betreiber die Windenergie Neuzirkendorf GmbH & Co.KG. Wie Geschäftsführer Toni Frank mitteilt, konnte eine Bürgerwindenergieanlage nach Auerbacher Muster nicht realisiert werden. Zum einem sei die Einspeisevergütung zu stark gesunken, zum anderen dauerte der Genehmigungsprozess zu lange.

Momentan Ruhe

Die beiden Anlagen auf dem Gebiet der Stadt Auerbach haben unter anderem 132 Bürger aus der Region mitfinanziert. Sie haben als Kommanditisten Kapital in das Unternehmen "Bürgerwindpark Hoher Weg" eingebracht. Auf der Baustelle herrscht derzeit Ruhe - wegen der Liefertermine für die Stahlteile.

Erstellt worden sind in den zurückliegenden Wochen - nachdem im April die Räumung eines Schwarzstorch-Horsts auf der Landkreiskreisgrenze den Weg für das Projekt geebnet hatte - die Zufahrtswege, das Fundament und der 80 Meter hohe Turm, der aus 21 Stahlbetonteilen besteht. In der 51 Kalenderwoche sollen die Arbeiten wieder aufgenommen werden. Dann wird das aus zwei Segmenten zusammengesetzte, 58 Meter hohe Stahlturmteil aufgesetzt, ehe der Generator und die Rotoren angedockt werden. Im Februar 2016 soll die "Zirkendorfer Windmühle" den ersten Strom liefern. Die Anlage mit einer Nennleistung von 2400 Kilowatt erzeugt jährlich Energie zur Versorgung von mehr als 1500 Haushalten. Sie verringert den CO2-Ausstoß um jährlich über 5000 Tonnen.

Fast 200 Meter

Die Nabenhöhe beträgt 140,60 Meter, die Gesamthöhe 199 Meter. Der Rotordurchmesser wird mit 116,8 Meter angegeben. Die Einschaltgeschwindigkeit liegt bei drei Metern pro Sekunde. Bei 20 Metern pro Sekunde Windgeschwindigkeit schaltet die Anlage ab. Das Fundament weist einen Durchmesser von knapp 22 Metern und eine Tiefe von 3,2 Meter auf. 614 Kubikmeter Beton und 83 Tonnen Stahl waren dafür notwendig.

Mit dem Bau dieser Anlage dürfte die Diskussion um die Errichtung weiterer Windkraftanlagen im Gemeindebereich zu Ende gehen. Bei der Aufstellung des Flächennutzungsplanes sind die Konzentrationsflächen für Windkraft reduziert worden, weshalb keine weiteren Anlagen möglich sind. Vor allem der Bereich um den Kütschenrain wird von Windrädern, zumindest auf dem Gebiet des Marktes Kirchenthumbach verschont bleiben.
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