"Kapelläcker": Neues Verfahren

Lokales
Kirchenthumbach
07.09.2015
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Die Rechnung machte die Marktgemeinde ohne den Wirth. So heißt der vermeintliche Bösewicht des Landratsamts, der die Änderung des Bebauungsplans "Kapelläcker" in Thurndorf versagte.

Seit 2008 grübelten Rat und Verwaltung über dem Änderungsverfahren. Flott ging es vorwärts, um die ursprüngliche Bauverbotszone von 15 Metern zu kippen und auf 3 Meter zu reduzieren. Stattdessen verlagerten Rat und Planer die Zone außerhalb des geltenden Bebauungsplans. Ein Grundstücksstreifen sollte von Landwirten erworben werden. Ein Satzungsbeschluss von 2009 besiegelte die Änderung. Wenig später versagte das Landratsamt die Genehmigung.

In der Folge wurden aktualisierte Stellungnahmen der öffentlichen Träger eingeholt, auch das Landratsamt kam öfter zu Wort. Das Problem der Grenzabstände blieb. Die Zweifel einer weiterhin ordnungsgemäßen landwirtschaftlichen Nutzung im Nachbarschaftsbereich ebenso. "Es ist mit Geruchs- und Lärmbelästigungen zu rechnen", begründete die Kreisbehörde. Das bekräftigte das Amt mit Schreiben vom 7. Mai. Darin war von formalen Fehlerquellen die Rede und einer sechsjährigen Planungspause, die Kontinuität vermissen lasse. Zum weiteren Ortstermin sei der Sachbearbeiter wegen des klaren Sachverhalts nicht bereit gewesen, teilte Bürgermeister Jürgen Kürzinger mit. Die Empfehlung, das Bebauungsplan-Verfahren einzustellen, die bisher gefassten Beschlüsse aufzuheben und für das Gebiet eine neue Bauleitplanung anzustreben, führte zu unerwarteten Reaktionen.

Besonders die Markträte aus dem Bereich Thurndorf zweifelten an der Rechtsauslegung des Landratsamts. "Für mich ist unverständlich, dass die Gemeinde nicht hart genug war", bemerkte Angela Kummert-Schleicher (BGT) und Harald Oberst (BGT) kommentierte die Entwicklung: "Es ist zu wenig an Kompromisse gedacht worden". Weitere Mitglieder des Gremiums rieben sich an der "Gutsherrenart" des Landratsamts, den Wunsch nach einem weiteren Ortstermin abzulehnen. Kürzinger bedauerte: "Wir haben alles probiert, aber mit dem Sachbearbeiter war nicht zu reden." Denkbar knapp war die Entscheidung zur Einstellung der Bauleitplanung. Mit 7:6 Stimmen entschied das Gremium die Aufhebung aller im Zusammenhang mit der Planung gefassten Beschlüsse. Ein neues Verfahren wird angestrebt.
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