Kein Mann fürs Rampenlicht

Benedikt Röder. Bild: ü
Lokales
Kirchenthumbach
04.12.2015
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Pater Dr. Benedikt Röder wird 40. Groß feiern will er aber nicht. Das Rampenlicht sei nicht seine Sache. Seine Kirchenthumbacher Pfarrei schon eher.

Am Montag, 7. Dezember, feiert der Katholische Seelsorger 40. Geburtstag. Statistisch betrachtet habe er die Lebensmitte erreicht, sagt Röder. Ein Grund zu feiern sei das aber für ihn nicht. "Ich stehe ungern in der ersten Reihe. Auf dem Präsentierteller fühle ich mich nicht wohl."

Deshalb gibt es am Montag um 19 Uhr einen Dankgottesdienst in der Pfarrkirche. Danach sind alle Pfarrangehörigen ins Pfarrheim eingeladen. "Es ist zwar nett, wenn man mir etwas schenken will. Als Ordensmann habe ich aber alles was ich brauche", sagte der Priester. Statt eines Geschenks, bittet er um Spenden für die neuen Glocken der Bergkirche.

Hesse versteht die Leute

Seit September 2012 ist Pater Benedikt Seelsorger der Pfarrei Mariä Himmelfahrt . "Den Schritt nach Kirchenthumbach zu gehen, habe ich nicht bereut. Als Hesse habe ich in den Dialekt der Oberpfälzer hineingehorcht. Inzwischen verstehe ich ihn sogar." Seine Arbeit in der Pfarrei gefalle ihm in mehrfacher Hinsicht. Besonders freue er sich über die engagierten Menschen "Mich spricht auch die Architektur der Pfarrkirche an. Es ist ein toller Raum für die Liturgie. Ich hätte nie gedacht, dass man sich in einer Kirche aus Beton so wohlfühlen kann." Angetan ist der Geistliche auch von der 300 Jahre alten Bergkirche Maria Zell, der Filialkirche in Sassenreuth. Die Franziskuskapelle in Metzenhof strahle bei Gottesdiensten eine familiäre Atmosphäre aus. Die Frage, nach seinem Zuhause - Ulmbach, wo er geboren ist und seine Eltern leben, Roggenburg, Speinshart oder Kirchenthumbach - beantwortete der Prämonstratenserpater so: "Meine Wurzeln habe ich in Ulmbach im hessischen Land. Dort bin ich aufgewachsen. Dieser Ort lässt mich nicht los. Noch heute forsche ich an der Geschichte meiner Heimatgemeinde."

Er habe viel von seinem Vater, einem Wirt gelernt. Auch in einem Wirtshaus werde Seelsorge betrieben. Ein Wirt sei Ansprechpartner für viele Probleme. Geprägt hätten ihn seine Stationen Roggenburg, Kloster Andechs und Speinshart. Und gerade hier in der Oberpfalz, wo man sich mit "Grüß Gott" begrüßt, fühle er sich wohl. Daheim sei er jetzt in Kirchenthumbach, "hoffentlich noch sehr lange", sagt Pater Benedikt. Zumindest die nächsten zehn bis 15 Jahre möchte er hier bleiben. Der Doktor der Theologie mit Promotion zur Bayerischen Kirchengeschichte sagt, er fühle sich in der Seelsorge gut aufgehoben. Er habe keine Ambitionen für höhere Aufgaben. Seine Zukunft sehe er im weißen Habit demütig und bescheiden: "Alles weitere überlasse ich dem Herrgott und den Vorstellungen der Oberen".
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