Kirchenbau mit einigen Schwierigkeiten
Göttliche Fügung?

Die Grundsteinlegung der evangelischen Johanneskirche am 17. Oktober 1965 war ein großes Fest. Kirchpfleger Kurt Pfennig informierte Ehrengäste und Gläubige über Bauvorhaben und -fortschritt. Bild: ü
Lokales
Kirchenthumbach
17.10.2015
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Vor 50 Jahren, am 17. Oktober 1965, wurde der Grundstein für die Johanneskirche in Kirchenthumbach gelegt. Den evangelischen Christen kam der Zufall zu Hilfe.

Nach Überlieferungen des damaligen Kirchenpflegers und Lektors Kurt Pfennig ist der Bau der Johanneskirche einem glücklichen Umstand zu verdanken. Als die Bundesstraße von Auerbach nach Eschenbach gebaut wurde, musste die Eschenbacher Kreuzkirche weichen. Der erste Gedanke war, einen Teil der Barackenkirche in Kirchenthumbach aufzubauen, damit die evangelischen Christen ein eigenes Gotteshaus haben. Bis dahin nutzten sie die katholische Kirche. Doch es kam anders: Das "Straßen- und Flussbauamt" löste die alte Kreuzkirche in Eschenbach als Straßenbaulastträger komplett ab. So ergab sich die Möglichkeit, in Kirchenthumbach einen Neubau zu planen. Dazu wurde zunächst ein Privatgrundstück am Asbacher Steig erworben. Dieses Grundstück wurde aber 1977 von Pfarrer Claus Seltmann an Gerhard Seemann verkauft.

Regionale Betriebe

Der damalige Gemeinderat mit Bürgermeister Alois Lotter war auf Intervention von zweitem Bürgermeister Martin Dobmann einsichtig geworden, und bot der evangelischen Kirche Gemeindegrund im Baugebiet "Nicklsee" an.

Anfang September 1965 wurde mit den Erdarbeiten begonnen. Die US-Lagerleitung in Grafenwöhr stellte eine Planierraupe zur Verfügung. Bei den Arbeiten stieß das Räumungschild auf Sandsteinfelsen. Es mussten Pressluftmeißel beziehungsweise Abbauhammer eingesetzt werden. Einige Jahre später brach neben der Kirche Erdreich ein, ein großes Loch war die Folge. Es waren die alten Bierkeller der Kommunbrauerei. Mit erheblichem Material- und Geldaufwand wurden die Erdlöcher mit Spezialbeton verfüllt.

Den Auftrag zum Bau der Johanneskirche bekam die Firma Kneidl aus Grafenwöhr, die die gesamten Maurer- und Betonarbeiten übernahm. Bereits am 17. Oktober 1965 wurde der Grundstein gelegt. Den Segen erteilte der damalige Pfarrer Friedrich Goes. Die Festansprache hielt Kirchenpfleger Kurt Pfennig.

Der Grundstein ist ein Geschenk der Firma Rosner aus Flossenbürg, die auch die Granitsteine für den Bau der Kirche lieferte. Viele weitere Betriebe aus der Region waren am Bau der Kirche beteiligt. Architekt Zitzmann, der mit Planung und Bau der Kirche beauftragt worden war, hatte eine quadratische Kirche, etwa 9,59 mal 9,50 Meter, mit einem spitzen Zeltdach bauen lassen. Sein Werk fand uneingeschränkte Anerkennung.

Friede und Glaube

Mit der künstlerischen Innenausstattung der Kirche wurde Bildhauer Fuchs aus Georgensgmünd beauftragt. Er hatte bereits die Innenausstattung der Kreuzkirche in Eschenbach übernommen. Gleich sein erster Entwurf fand den Beifall des Kirchenvorstands und der Landeskirche. Altar, Kanzel und Taufstein sind aus gelbem Marmor hergestellt, die zwei Leuchten neben dem Altar und das Kreuz dahinter aus Bronze gegossen. Der Glockenträger trägt zwei Glocken aus der Gießerei Czudnochowsky in Erding. Die größere Glocke, etwa 171 Kilogramm schwer, erhielt den Namen Friedensglocke. Auf ihr ist zu lesen: "Frieden sei mit allen, die in Christo Jesu sind" Die kleinere - Glaubensglocke - wiegt etwa 107 Kilogramm. Ihre Inschrift lautet: "Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat." Die Einweihung des Gotteshauses war am 2. Oktober 1966. Den Weiheakt nahm Oberkirchenrat Schwinn aus Regensburg vor. Zu Beginn des Gottesdienstes sangen die Gläubigen: "Tut mir auf die schöne Pforte, führt in Gottes Haus mich ein; ach wie wird an diesem Ort meine Seele fröhlich sein."

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Zur Erinnerung an die Grundsteinlegung ist am Sonntag, 18. Oktober, 10 Uhr, in der Johanneskirche ein Festgottesdienst. Am Altar stehen Dekan Dr. Wenrich Slenczka, Pfarrerin Anne Utz und von der Katholischen Kirchengemeinde Pater Dr. Benedikt Röder.
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