Kultur, Kameradschaft, katholisch

An Pater Dr. Benedikt Röder, Ehrenvorsitzender und Präses des Burschenvereins, überreichte Marco Streit (links) die grüne Weste, das sichtbare äußere historische Zeichen der Burschenvereinsgilde. Bild: rfü
Lokales
Kirchenthumbach
07.08.2015
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Junge Männer gründen einen Verein wieder und stehen zu ihrem katholischen Glauben. Dass das in einer Zeit, in der die Kirche mit Austritten zu kämpfen hat, schwierig ist, weiß auch Pater Dr. Benedikt Röder.

Der neu ins Leben gerufene Katholische Burschenverein will sich aktiv an kirchlichen und weltlichen Veranstaltungen beteiligen und mithelfen, das kulturelle Leben in Kirchenthumbach zu bereichern. Beim Festakt im Pfarrheim stellte Vorsitzender Marco Streit Sinn und Zweck sowie Aufgabenstellung des inzwischen auf 24 Mitglieder angewachsenen Vereins vor.

Der Zusammenschluss junger Männer stehe auf vier Säulen von Tugenden: Pflege der Kultur, wie Mitgestaltung von Gottesdiensten, Tragen einer einheitlichen Tracht und Wiedereinführung des Josefitages. Solidarität, wie Einheit unter den Vereinen anstreben sowie Gemeinnützigkeit und Kameradschaft.

Der Vorsitzende zeigte sich erfreut, dass mit Johann Schecklmann und Josef Fronhöfer zwei Männer gekommen waren, die dem Burschenverein nach dem Zweiten Weltkrieg angehörten. Pater Dr. Benedikt Röder betonte, es sei für einen Pfarrer heutzutage ein seltenes Erlebnis, einer Wiederbegründung eines katholischen Vereins beizuwohnen. Seien doch seit längerer Zeit Kirchlichkeit und Gottesdienstbesuche rückläufig, würden Austritte aus der Kirche zunehmen - auch in Kirchenthumbach - und viele kirchliche Verbände wegen Mitgliederschwund klagen oder stünden gar kurz vor ihrer Auflösung.

Mut zur Gründung

In einer Zeit also, die für einen katholischen Verein nicht als günstig zu bezeichnen sei, hätten junge Männer den Mut, den katholischen Burschenverein Kirchenthumbach wieder zu gründen. Als Seelsorger und Präses erfülle es ihn mit großer Freude. "Jungs, ich bin stolz auf euch. Ihr seid nämlich bereit, euch in unserer Pfarrgemeinde einzubringen und werdet sie, so hoffe ich, ein Stück attraktiver machen", sagte der Präses.

Er wünschte dem Burschenverein viel Erfolg und gutes Gelingen, dass sie die Kameradschaft pflegen, neue Mitglieder begeistern können und dafür auch die nötige Offenheit mitbringen. "Ich wünsche euch, dass ihr euren Platz in unserer Pfarrgemeinde findet und sie durch euer Engagement bereichert und attraktiver macht. Der Pfarrgemeinderat, die Kirchenverwaltung und alle anderen kirchlichen Gruppen und Vereine und ich als Präses empfangen euch jedenfalls mit offenen Armen und werden euch unterstützen." Er wünschte den jungen Männern auch, dass sie zum Katholischen Burschenverein und damit auch zur Kirche in der Öffentlichkeit stehen. Schmunzelnd fügte der Geistliche hinzu, er sorge sich, dass es einigen Burschen im Verein so gut gefallen könne, dass sie gar nicht mehr heiraten möchten. Weil sie durch eine Hochzeit ihre Mitgliedschaft verlieren würden. Als kleines Geschenk überreichte er an die jungen Männer das Burschen-Liederbuch.

Unterstützung zugesagt

Grußworte sprach auch Bürgermeister Jürgen Kürzinger, der dem Verein zur Wiedergründung gratulierte. Es sei großartig, wenn junge Menschen etwas auf die Beine stellen. Der Sprecher des Pfarrgemeinderates Sigi Failner beglückwünschte den Verein und bot die Unterstützung des Pfarrgemeinderates und der kirchlichen Gremien an. "Wir haben jetzt eine neue Gruppierung, einen neuen Verein, der unser Leben in unserer Pfarrgemeinde zusätzlich bereichert." Dies sei Grund zur Freude und zum Feiern.
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