Längsparkplätze vor dem Kirchplatz: Bauausschuss diskutiert
Stahl-Poller ein Stein des Anstoßes

15 Stahl-Poller oder fünf Längsstellplätze für Autos vor dem Kirchplatz? Darüber entscheidet der Marktgemeinderat am 22. Januar. In der Sitzung des Bauausschusses wollte Bürgermeister Jürgen Kürzinger erst einmal die Hintergründe der Aufstellung der Eisenpfosten beleuchten. Bild: do
Lokales
Kirchenthumbach
20.12.2014
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Oh Baby, Baby, Poller, Poller! Vielleicht kreieren die Einwohner der Marktgemeinde einen neuen Faschingsschlager. Den Anstoß dazu könnten die 15 dunkelgrau beschichteten Stahl-Poller vor dem Kirchplatz geben.

Im Zuge der Sanierung des Marktplatzes aufgestellt, dann abgebaut und schließlich wieder installiert, sind die Eisenpfosten eher ein Stein des Anstoßes. Besonders einige Geschäftsleute mokieren sich über den "überflüssigen Zierrat". Dieser verhindere fünf Längsstellplätze für Autos, hieß es in der Sitzung des Bauausschusses am Donnerstag. Ein Beschluss für oder gegen die "Pollerei" fiel allerdings nicht.

Fehlender Beschluss

23 Meter lang und bis zu drei Meter breit ist die Fläche zwischen der Kreisstraße und dem im Zuge der Sanierung des Marktplatzes neu gestalteten Kirchplatz, über die die Räte eingehend diskutierten. Soll der Bereich als Parkgelegenheit dienen oder ist er aus gestalterischen Gründen von parkenden Fahrzeugen freizuhalten? Darüber schieden sich die Geister. Als neutraler Beobachter sah sich Bürgermeister Jürgen Kürzinger: "Ich will heute nur zurückblicken und die Beschlusslage beleuchten." Und die sei dünn, erläuterte er: In keinem Beschlussprotokoll des Marktgemeinderats oder des Bauausschusses gebe es einen Vermerk über die Aufstellung der Poller.

Protokolliert sei der Einbau lediglich in einer Niederschrift im Zuge eines "Jour fixe". Die Entscheidung bei einem Baustellentermin zu treffen, sei für ihn nicht nachvollziehbar, erklärte Kürzinger. Nun gelte es, nachträglich über die Notwendigkeit der Poller zu entscheiden.

Die Stellungnahmen des Amts für Ländliche Entwicklung und der Polizei machen das Votum allerdings nicht einfacher. Weil mit Geldern aus der Dorferneuerung bezuschusst, besteht eine Zweckbindungsfrist von fünf Jahren. Der Marktgemeinde könnte deshalb bei einem Rückbau eine Rückzahlung staatlicher Fördergelder blühen. In der Bewertung der Polizeiinspektion Eschenbach ist zwar von der Möglichkeit einer Nutzungsänderung hin zu Längsparkplätzen die Rede - notwendig sei jedoch eine offizielle Ausweisung mit ausreichender Beschilderung.

Schönes Bild beeinträchtigt

In der folgenden Diskussion konnten die Meinungen unterschiedlicher nicht sein. Übereinstimmend beobachten die Kommunalpolitiker zwar während der Hauptgeschäftszeiten ein erhöhtes Verkehrsaufkommen mit Kurzzeitparken auch entlang der Poller bis hinein in die Kreisstraße.

Doch deshalb gleich die Pfosten zu entfernen, war zum Beispiel für Jürgen Geyer unakzeptabel. Jan Wiltsch verwies auf die Ästhetik vor dem Kirchplatz, auch Angelika Kummert-Schleicher sah die schöne Ansicht des Marktplatzes durch Dauerparker beeinträchtigt. Dagegen verwiesen Georg Adelhardt und zweiter Bürgermeister Josef Schreglmann auf die Vereinbarkeit von Park- und Gehwegfläche. Bei der Ausweisung von Stellplätzen müssten die Fußgänger zwar auf Kirchengrund ausweichen. Für den Privatbesitz der Kirchenstiftung gebe es jedoch eine Unterhaltsverpflichtung der Gemeinde.

Mit der Bemerkung "Wir haben auf dem Marktplatz genügend Parkplätze" beendete Bürgermeister Jürgen Kürzinger die Debatte. Er verwies auf die bereits für 22. Januar terminierte Entscheidung.
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