Landratsamt: Kein Grund zur Panik - Landesamt für Umwelt klärt, ob der Boden abgetragen werden muss
Hydrazin an der Absturzstelle

Lokales
Kirchenthumbach
05.09.2015
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Der Gutachter hat nahe der F-16-Absturzstelle einen erhöhten Hydrazinwert nachgewiesen. Der Raketentreibstoff ist für das Notstromaggregat der Maschine an Bord. Er gilt als hoch giftig und krebserregend. Laut des Landratsamts gibt es aber keinen Grund zur Panik .

Beim Absturz des Kampfjets am 11. August hatte sich der 26 Liter fassende Hydrazinbehälter gelöst. An der Fundstelle dieses Tanks wies der Gutachter den chemischen Stoff nach. "Die Experten der US-Armee aus Spangdahlem haben erklärt, dass der Stoff wohl austrat, als der Behälter abgerissen wurde", erklärte die Sprecherin des Landrats, Claudia Prößl.

Wie es an der Fundstelle weitergeht steht noch nicht fest. Für Hydrazin gibt es keine Grenzwerte. Deshalb muss das Landesamt für Umwelt klären, ob und wieweit die Geringfügigkeits- bzw. Unbedenklichkeitsschwelle überschritten ist. Davon hängt ab, ob der Boden an der Stelle entsorgt werden muss. Das Landratsamt rechnet damit, dass eine Entscheidung in der nächsten Woche fällt.

Grund zur Sorge für Menschen gebe es derzeit nicht. Der Fundort des Hydrazinbehälters ist nicht abgesperrt. Er liegt abseits der eigentlichen Absturzstelle und ist nicht leicht zugänglich. "Solange man dort nicht gräbt oder die Erde isst, besteht überhaupt keine Gefahr", erklärt Prößl. An der Absturzstelle der Flugzeugs läuft derzeit noch die Entsorgung des kerosinverseuchten Erdreichs. Ein Bauzaun schirmt die Grube ab. Auf einer Fläche von zehn mal zehn Meter tragen Bagger das Erdreich bis zu 1,80 Meter tief ab.

Am 11. August war das Flugzeug mit anderen Maschinen auf einem Übungsflug zwischen seinem Standort Spangdahlem nahe Bitburg und Grafenwöhr unterwegs. Kurz nachdem es über Grafenwöhr gewendet hatte traten auf dem Rückflug technische Probleme auf, die der Pilot nicht mehr beheben konnte. Der US-Soldat rettete sich mit dem Schleudersitz, das Flugzeug stürzte nahe der Landkreis- und Bezirksgrenze auf Oberpfälzer Gebiet in ein Waldgebiet. Seither sind mehrere Spezialisten mit der Bergung des Wracks und der Beseitigung der Umweltschäden beschäftigt.

Weil die Arbeiten noch andauern, ist die Höhe des Schadens weiter unklar. Fest steht, dass die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) die Schadensregulierung mit der US-Armee klärt. Bei der Schadensregulierungsstelle der Bima, Regionalbüro Süd, Rudolphstrasse 28-30, 90489 Nürnberg, Telefon 0911/99261-0 können betroffene Landwirte ihre Schäden reklamieren.
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