Misstöne im Musikpark

Ein Dirigent am Pult mit der Widmungstafel, die Ruhebank zeigt Noten der Bayernhymne, Musikinstrumente und Figuren - alles hat der damalige Bürgermeister Fritz Fürk geschaffen und am Friedhofweg aufstellen lassen. Nun ist alles verschwunden und Fürk glaubt an eine Retourkutsche seines Nachfolgers. Bild: gpa
Lokales
Kirchenthumbach
08.06.2015
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Kunst oder "Eisenteile"? Seit 2010 bildeten in der Grünanlage am Friedhofsweg Metallskulpturen einen "Musikpark". Nun mussten die stilisierten Instrumente weichen. Der Schöpfer und frühere Bürgermeister glaubt, der Grund sei seine Person.

Fünf Jahre standen die Instrumente in der Bayreuther Straße. Bürgermeister und Hobbykünstler Fritz Fürk hatte sie dort aufgestellt, um den Musikern und Chören seiner Gemeinde Ehre zu erweisen, wie er sagt. Gekrönt hat das Ensemble ein Dirigent vor einem Notenständer. In die Rückenlehne einer Ruhebank arbeitete er die ersten Noten der Bayernhymne ein.

"Es kann der Beste nicht im Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt", sagt Fürk nun und verweist darauf, dass die SPD im Ort von Anfang gegen seine Installation gewesen sei. Tatsächlich stand kurz nachdem Fürk seine Werke aufgestellt hatte im SPD-Blatt "Klartext": "Seit einigen Monaten müssen die Bürger Kirchenthumbachs am Parkplatz nahe des Friedhofs einen unmusikalischen Park über sich ergehen lassen. Hoffentlich kommt bald die Müllabfuhr und nimmt diesen Krempel mit!"

Der "Krempel" blieb, und es wurde ruhiger um den "Musikpark"- bis Firtz Fürk vor einigen Wochen ein Einschreiben erhielt. Die Gemeinde forderte den früheren Bürgermeister in dem Schreiben auf, "die von Ihnen aufgestellten Skulpturen zu entfernen. Bitte teilen Sie uns bis 29. April mit, wo Ihre Eisenteile gelagert werden sollen. Falls bis zu diesem Termin keine Rückmeldung vorliegt, werden die Eisenteile vom Bauhof entsorgt." Der neue Bürgermeister Jürgen Kürzinger habe ihm die Entscheidung damit begründet, dass an dem Ruheplatz Infotafeln aufgestellt werden sollen, sagt Fürk. Die Entscheidung hierzu fiel in der Aprilsitzung des Bauausschusses in nichtöffentlicher Sitzung. "Warum nicht öffentlicht", fragt Fürk.

Er ist sicher, dass seine Werk gut bei den Kirchenthumbachern ankam und verweist auf einige Unterstützer: "Als Musiker habe ich mich immer amüsiert über meine metallenen Kollegen, wenn ich an ihnen vorbei ging", sagt Chorleiter und Organist Herbert Frauenhofer und der Vorsitzende der Blaskapelle Jürgen Böhme sagt, er finde es "sehr schade, so mit einem Kulturgut umzugehen". CWG-Gemeinderat Richard Götz warf Kürzinger schlechten politischen Stil vor. "Das seit 2010 verankerte Musikensemble hat Fritz Fürk den Musikern und Chören von Kirchenthumbach gewidmet. Diese Kunstwerke als Eisenteile zu bezeichnen, finde ich unmöglich", erklärte er in einer Sitzung des Marktgemeinderats.

Doch alle Fürsprache half Fürk nicht. Deshalb teilte er seinem Nachfolger fristgerecht schriftlich mit, "die Skulpturen, die den Musikern und Chören der Gemeinde gewidmet sind, sollen auf dem Gelände der Firma Seemann in der Raiffeisenstraße gelagert werden." Dort liegen sie nun mit Erlaubnis von Firmenchef Gerhard Seemann .
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