"Mörderische Armee"

Der erstmals aufgebaute Verkaufs- und Werbestand des Imkervereins kam bei den Besuchern des Weihnachtsmarkts gut an. Deshalb wollen die Bienenzüchter auch künftig auf diese Weise auf dem Marktplatz präsent sein. Bild: rfü
Lokales
Kirchenthumbach
17.01.2015
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Schon Henry Ford war davon überzeugt: "Wer nicht wirbt, der stirbt." Diese Philosophie verfolgte in den zurückliegenden Jahren auch der Imkerverein - und das mit Erfolg: Jedes Jahr kommen zwei Jungimker hinzu. Was den Bienenzüchtern allerdings immer wieder Sorgen bereitet, ist die Varroamilbe.

Denn der "Bienen-Killer" treibt seit vielen Jahren in den Bienenkästen sein Unwesen und richtet zum Teil enorme Schäden an. Noch vor 30 Jahren sei bei den Imkern die Welt einigermaßen in Ordnung gewesen, sagte Vorsitzender Alfons Wilterius in der Jahreshauptversammlung. Damals habe es genügt, Bienenkästen auf sein Grundstück zu stellen, Honig zu schleudern und die Völker im Herbst für den Winter einzufüttern.

Heide gibt's nicht mehr

Dies sei meist Ende September erfolgt, nachdem die Imker als letzte Ernte den wertvollen, mit doppeltem Verkaufspreis honorierten Heidehonig entnommen hatten. Heide in den Wäldern sei jedoch mittlerweile bedingt durch die Änderung der Betriebsweise der Forstleute aus den Wäldern verschwunden, merkte Wilterius an.

Geändert habe sich auch die Bearbeitung der Felder. So sei aus den Fluren der Hederich verschwunden. Gäbe es eine späte Sommertracht, könnte der Imker damit gar nichts mehr anfangen, erläuterte der Vorsitzende. Denn er sei gezwungen, schon Mitte Juli mit den Behandlungen gegen die Varroamilbe anzufangen, um die "mörderische Armee mit Tausenden von Angreifern" zurückzudrängen. Ausrotten könne er sie mit den von den Forschern erfundenen und bisher bescheiden zur Verfügung stehenden Mitteln leider nicht.

Freude über Umweltpreis

Erfreulich sei, dass wiederum zwei Jungimker gewonnen wurden: Simon Böhme und Lukas Grohe. Dies sei das Ergebnis einer intensiven Werbung, freute sich Wilterius. Aufgewertet worden sei der Imkerverein durch die Verleihung des mit 1000 Euro dotierten Umweltpreises des Landkreises Neustadt/WN. Dafür eingesetzt habe sich im Besonderen der frühere Bürgermeister Fritz Fürk.

Eine gute Werbung sei zudem die Teilnahme am Weihnachtsmarkt mit Bratwurststand und Verkauf von Imkereiartikeln und Honig gewesen. Der Vorsitzende lobte in diesem Zusammenhang die Familien Lindner und Fraunholz sowie Florian Kroher. Letztgenannter listete als Vereinschronist die Aktivitäten des zurückliegenden Jahres auf.

43 Mitglieder, davon 33 Aktive, gehören derzeit dem Imkerverein an. Besucht worden seien zahlreiche regionale und überregionale Veranstaltungen. Der Aktionstag "Besuch beim Imker" im Kinderferienprogramm auf dem Bienenhof bei Reinhold Ziegler in Lenkenreuth sei bei den Kindern und Jugendlichen ebenso gut angekommen wie bei den Eltern.

Kreisvorsitzender Reinhold Ziegler informierte über Neuerungen, vor allem im Versicherungswesen. Grußworte sprachen Pater Dr. Benedikt Röder, Bürgermeister Jürgen Kürzinger und sein Vorgänger Fritz Fürk.
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