Noch nicht über dem Berg

Viel Freude bereiten der Aktion "Für das Leben und die Hoffnung" junge Menschen aus dem Kosovo, die sich in Deutschland eine eigene Existenz aufgebaut haben, aber weiter Solidarität mit ihrer alten Heimat zeigen und beim Beladen von Hilfstransportern helfen.
Lokales
Kirchenthumbach
27.12.2014
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"Für das Leben und die Hoffnung" heißt Hans Karls Hilfsaktion für Osteuropa. Gerade in der Vorweihnachtszeit erfährt der Organisator großzügige Unterstützung. Über Weihnachten zog er Bilanz. Sein Fazit: "Es bleibt viel zu tun."

Weihnachtsruhe im Lager in Burggrub: Eine Zeit für Hans Karl, auf die Arbeit seiner Aktion "Für das Leben und die Hoffnung" zurückzublicken und den Helfern zu danken. "In Jugendgruppen, Pfarreien, Schulen oder Annahmestellen für die Weihnachtspakete unterstützten viele Freiwillige die Arbeit. Ohne sie wäre vieles nicht möglich." Die Caritas in Banja Luka (Bosnien) ist für die Verteilung zuständig: "Ohne eure Hilfe wären wir verloren", schrieb deren Direktor.

Überschwemmungsgebiet

"Diese Aussage spornt uns alle an, weiterzumachen. Menschen zu helfen, ist eine moralische Verpflichtung für Deutsche, denn uns wurde nach den Weltkriegen auch geholfen." Hans Karl bilanzierte ein erfolgreiches Jahr. Jeweils ein 40-Tonner samt Hilfsgütern startete nach Albanien, Bosnien und Rumänien. Zwei Lieferungen gingen in das von einer schweren Überschwemmung geplagte Bulgarien. Zwei Hilfstransporte gingen in den Kosovo. "Allein mit Kleidung und Schuhen wurden 3300 Kartons in diese Gebiete gebracht."

Als Höhepunkt bezeichnete Karl die Paketaktion mit "Pomoc", einer Sulzbach-Rosenberger Hilfsgruppe. Trotz Repressalien durch Grenzbeamte gelangten die Pakete rechtzeitig nach Bosnien, und brachten Kindern in Waisenhäuser und alten Menschen etwas Weihnachtsfreude. "Nur allzu oft ist unser Päckchen das einzige Geschenk", erzählte Hans Karl.

Wegen größerer noch vorhandener Mengen an Textilien war es möglich, gemeinsam mit der Kroatienhilfe aus Kemnath unter der Regie von Josef Raps, einen dritten Transporter nach Bulgarien zu schicken. 100 Zentner Kartoffeln, einige Zentner Karotten, Weißkraut, rote Beete und Zwiebeln bereiteten den Empfängern zudem Freude. Je zur Hälfte finanzierten die Gaben ein privater Spender und die Hilfsaktion.

Freuen können sich Menschen in Bulgarien auch über Kinderwägen, Betten, Matratzen und Fahrräder. Hans Karl nutzte die Gelegenheit, einigen treuen Helfern, besonders Franz Bernet, Josef und Johannes Schreglmann sowie Josef Schöcklmann aus Oberbibrach, herzlich für ihre Hilfe beim Beladen der Lkws zu danken. Der Organisator erinnerte, dass auf dem Balkan immer noch Menschen unter den Folgen des Bürgerkriegs leiden: Waisenhäuser, Kinderheime, Arbeitslose und viele alte Menschen, deren Mini-Rente nicht zum Leben reicht.

Besonders im Kosovo gebe es noch zerstörte Häuser, die Menschen zwingen, in notdürftig hergerichteten Unterkünften zu hausen. "Es gibt noch viel zu tun. Vor allem Kindern in Waisenhäusern oder Heimen und alten Menschen müssen wir weiterhin helfen."
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