Öl-Preis mindert Umsatz

Die Versammlung folgte neben den Ausführungen von Vorstandssprecher Herbert Meier auch den Anmerkungen von Vorstand Thomas Keck (stehend). Bild: Fürk
Lokales
Kirchenthumbach
02.07.2015
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Trotz niedriger Zinsen, das Geschäft mit dem Geld macht der Raiffeisenbank Grafenwöhr-Kirchenthumbach die wenigsten Sorgen. Beim Warengeschäft drückt der Schuh.

In seinem Bericht zum Geschäftsjahr 2014 der Raiffeisenbank Grafenwöhr-Kirchenthumbach sparte Vorstandssprecher Herbert Meier nicht mit Kritik an der Europäischen Zentralbank (EZB). Die niedrigen Zinsen schmelze das Ersparte weg, erklärte er der Vertreterversammlung. Die Geldpolitik der EZB treffe nicht nur die Banken, sondern vor allem die Kunden.

Niedrige Zinsen seien zunächst eine gute Sache, wenn es um die Finanzierung von Investitionen geht. Die Banken stünden allerdings dennoch immer häufiger vor der Frage: "Wohin mit dem vielen Geld?" Niemand wolle investieren. Ausdrücklich betonte Meier, dass genossenschaftliche Geschäftsmodell sei auch 2014 erfolgreich gewesen. Der Raiffeisenbank Grafenwöhr-Kirchenthumbach gehörten zum 31. Dezember 2014 2464 Mitglieder an, 166 seien neu hinzugekommen. Die Bank hatte damit 116 Mitglieder mehr. Die Zahl der Kunden sei 2014 auf 6839 angestiegen. Die Kredite beliefen sich auf 69 Millionen Euro. Die Kundeneinlagen gingen um 1,9 Millionen Euro auf 90,5 Millionen Euro. Den Rückgang begründete Meier damit, dass "Kundeneinlagen zum Teil in attraktivere Anlagenformen umgeschichtet" worden sein.

Das Eigenkapital belaufe sich auf 8 059 000 Euro. Das seien 7,06 Prozent der Bilanzsumme. Meier schlug der Vertreterversammlung vor, 1,5 Prozent Dividende auf die Geschäftsguthaben (33 384,09 Euro) auszuschütten. Dazu kommt eine gesetzliche Rücklage von 36 000 und andere Ergebnisrücklagen von 285 346,12 Euro. Zu den Dividenden kämen Bonuszahlungen von 33 384,09 Euro.

Wegen des niedrigen Ölpreises sei der Warenumsatz deutlich gesunken. Der Handel mit Heizöl und Treibstoff mache rund 88 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Das Geschäft mit landwirtschaftlichen Bedarfsartikeln habe sich mit einem Umsatz von 491 000 Euro stabilisiert, während sich das Geschäft mit Getreide und Ölsaaten nach 308 000 Euro in 2012 und 184 000 Euro in 2013 auf überschaubare 92 000 Euro reduzierte.

Meier räumte ein, mit diesen Zahlen falle es schwer, die Zukunft des Warenbereiches sicherzustellen. In den vergangenen zwei Jahren seien 200 000 Euro in Erhaltung und Fuhrpark geflossen. Nur, wenn die Kunden das Warengeschäft unterstützen, könne es fortgeführt werden. Der Erweiterungsbau in Grafenwöhr werde bald fertig. Im September könne das Gebäude eröffnen.
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