Poller bleiben, wo sie sind

Die Stangerln bringen keine Verkehrsberuhigung, sondern Lärmbelästigung.
Lokales
Kirchenthumbach
24.01.2015
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Mit Großplakaten an den Ortseinfahrten laden die Kirchenthumbacher zum Faschingszug ein. Ein Themenwagen scheint dabei schon beschlossene Sache zu sein. Denn in der Marktgemeinde "pollert" es.

Einige Bürger stoßen sich an den 15 Stahlpollern, die im Zuge der Marktplatzsanierung auf Höhe des Kirchplatzes aufgestellt wurden (wir berichteten). "Immer wieder auf und nieder", heißt es seitdem auf dem Marktplatz.

Am Donnerstag beschäftigte das Thema nun den Grundstücks- und Bauausschuss mit Dorferneuerung. Unter anderem hatte sich das Gremium mit einer Stellungnahme der Katholischen Kirchenverwaltung zu beschäftigen (siehe Infokasten). Und die zeigte Wirkung.

"Laut Aktenlage gab es zu dieser Frage nie eine Entscheidung des Rates", bedauerte Bürgermeister Jürgen Kürzinger. Er stößt sich noch immer am fehlenden Beschluss der "Vorgängerregierung" zum Poller-Einbau vor der Pfarrkirche. Er empfahl dem Gremium, klare Verhältnisse zu schaffen. Dazu legte er den sechs anwesenden Mitgliedern des Ausschusses - ergänzend zu den Kommentaren des Amtes für Ländliche Entwicklung und der Polizeiinspektion Eschenbach, die bereits in der Dezember-Sitzung in die Diskussion einbezogen worden waren - ein Schreiben der Kirchenverwaltung vor.

Darin zeigen Pfarradministrator Pater Dr. Benedikt Röder und Kirchenpfleger Richard Zeitler im Namen der Kirchenstiftung klare Kante. An Eindeutigkeit kaum noch zu überbieten, verweisen beide auf die Planungen zur Neugestaltung von Kirch- und Marktplatz sowie den Sinn von Pollern vor dem Kirchplatz zum Schutz der Fußgänger und vor wildem Parken.

Für "Entsorgung"

In Abwesenheit von zweitem Bürgermeister Josef Schreglmann - den CSU-Mann vertrat Winfried Sporrer - machte sich Georg Adelhardt zum Vertreter der "Anti-Poller-Bewegung". "Wir wollten doch dem Marktplatz Leben einhauchen und Unfälle vermeiden", argumentierte der Marktgemeinderat von der Sassenreuther Wählergemeinschaft geradezu leidenschaftlich. An die SPD-Kollegen appellierte er, zu Aussagen im Kommunalwahlkampf zu stehen und die "Poller-Entsorgung" zu unterstützen.

"Die Stangerln bringen keine Verkehrsberuhigung, sondern Lärmbelästigung", urteilte Adelhardt und schimpfte dann über die Kirchenverwaltung: "Die Kirche tut nichts für Parkplätze", behauptete er und forderte seine Kollegen auf, sich doch einmal die Parkplatzsituation bei kirchlichen Veranstaltungen und Gottesdiensten anzuschauen. Eine Beschlussfassung hielt der Marktgemeinderat nicht für notwendig, vielmehr empfahl er, nach Ablauf der Gewährleistungsfrist im nächsten Jahr noch einmal über die Poller-Frage zu beraten.

Lösung hat sich bewährt

Diesem Vorschlag widersprach Manfred Schaller (SPD). Die bestehende Lösung mit Pollern und der Möglichkeit des Kurzzeitparkens habe sich bewährt, stellte er fest. Diese Auffassung vertraten auch Jürgen Geyer (CWG) und Angelika Kummert-Schleicher (BGT): "Ohne Poller wird der Kirchplatz blockiert." Dominik Brütting (SPD) plädierte ebenfalls für deren Beibehaltung, empfahl jedoch, in der Beschlussfassung die Bereitschaft der Kommune zur vorübergehenden Herausnahme bei größeren öffentlichen Veranstaltungen festzuhalten.

Dieser Vorschlag, der auch im Antrag der Kirchenverwaltung enthalten war, fand schließlich die Zustimmung von Bürgermeister Jürgen Kürzinger und der Marktgemeinderäte Dominik Brütting, Jürgen Geyer, Angelika Kummert-Schleicher, Manfred Schaller und Winfried Sporrer. Dagegen stimmte Georg Adelhardt.
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