Prachtstück mit Schäden

Das Gemeindewappen in Rot auf silbernem Stufensockel und ein in Blau bedachter silberner Zinnenturm, versehen mit dem bayerischen Rauten, ziert die Bürgermeisterkette des Marktes Kirchenthumbach. Ein Antrag der Wählergemeinschaften Heinersreuth und Sassenreuth zielt "wegen irreparabler Schäden" ab auf einen Ersatz für das "historische Schmuckstück", das in der Sitzung zur Augenscheinnahme reihum wanderte. Bild: do
Lokales
Kirchenthumbach
06.11.2015
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"Ein schweres Stück", sagt Bürgermeister Jürgen Kürzinger und meint damit die Bürgermeisterkette des Marktes Kirchenthumbach. "Ich trage sie ungern", gibt der Gemeindechef zu: Feingliederiges würde besser aufliegen. Doch an eine neue Amtskette denkt der erste Würdenträger der Marktgemeinde deshalb trotzdem nicht.

Nur ein paar Mal im Jahr "hindert" ihn das Gewirr der Metallglieder, stellte der Rathauschef in der Sitzung des Marktgemeinderats am Mittwochabend fest. "Das ist auszuhalten."

Ganz anders betrachten die Wählergemeinschaften Heinersreuth und Sassenreuth das "Aushängeschild" des Bürgermeisters. Hochoffiziell beantragten die Marktgemeinderäte Werner Trenz, Georg Adelhardt und Rudi Stopfer die Anschaffung einer neuen Amtskette.

Die Drei stören sich an den Schäden am Prachtstück. Unansehnlich sei die Kette trotz mehrmaliger Reparaturen geworden und erfülle nicht mehr den repräsentativen Verwendungszweck, hieß es im Schreiben der Wählergemeinschaften.

In der Sitzung wiederholte Rudi Stopfer noch einmal seinen Antrag und urteilte: "Die Amtskette wird einem Bürgermeister nicht gerecht". Und Georg Adelhardt ergänzte: "Die Kette wurde nie professionell repariert." Bürgermeister Jürgen Kürzinger bestätigte dies: "Die Lötungen an der Kette waren wohl nicht fachgerecht." Metallglieder seien beschädigt, ein kleiner Teil im roten Emaille des Gemeindewappens sei abgeplatzt. Das sahen auch die Räte, als das "Corpus Delicti" durch ihre Reihen wanderte.

Nichts Verwerfliches am Zustand der Amtskette fand in einer ersten Wortmeldung Jan Wiltsch. Mit Aufpolieren und Restaurieren könnte das Goldstück des Marktes wieder auf Hochglanz gebracht werden, merkte er an und empfahl eine Begutachtung durch Goldschmiedin Carola Förster aus Thurndorf. "In den Händen eines professionellen Restaurators wird die Amtskette wieder zum Wertstück", urteilten auch Jürgen Geyer und Dominik Brütting zusammen mit weiteren Kollegen.

Für Harald Oberst symbolisiert die Amtskette aus dem Jahr 1977 den freiwilligen Zusammenschluss zu einer Gemeinde. "Historisches sollte man deshalb erhalten", plädierte der Thurndorfer ebenfalls für eine fachgerechte Restaurierung. Diese solle der Bürgermeister in die Wege leiten. Jürgen Kürzinger versicherte, nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen und auch Goldschmiedin Carola Förster zu konsultieren. Angemerkt
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