Praktisch, billig, bunt und leicht: Kirchenthumbacher Frauenbund macht Kunststoff zum Thema
Plastik und seine Probleme

Nahezu zwei Stunden widmete sich Bernhard Suttner (rechts) dem Thema Plastik. Elisabeth Flogaus berichtete von einem Antrag des Frauenbunds an die Bundesregierung zum Verbot von Mikroplastik. Bild: rn
Lokales
Kirchenthumbach
23.04.2015
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Eine Welt ohne Plastik ist unrealistisch. Das weiß auch Bernhard Suttner. Der frühere ÖDP-Vorsitzende kämpft trotzdem dafür, den Kunststoff ein wenig zurückzudrängen - zuletzt tat er dies mit einem Vortrag beim katholischen Frauenbund (KDFB).

"Und ewig währt das Plastik ... Praktisch, bunt, gefährlich" hieß das Thema im Pfarrsaal, den eine Girlande aus 140 Plastiktüten schmückte - so viel wie jeder Deutsche im Jahr verbraucht. Elisabeth Flogaus vom Diözesanverband Regensburg stellte Suttner als Bildungsreferenten aus Windberg vor.

Der erinnerte an die Verschmutzung der Ozeane durch "Plastikinseln" und der Flüsse und Seen durch Mikroplastikteile. Bekannt sei auch, dass Zusatzstoffe die Gesundheit gefährden. Die Abneigung gegen den Stoff sei nicht neu, bislang lassen sich Industrie, Handel und Verbraucher nicht abschrecken. "Die Kunststoffe sind überall, weil sie praktisch, billig, bunt und leicht sind."

Gefährlich seien die Weichmacher Bisphenole und Phtalate. In der EU sind sie in Baby-Artikeln bereits verboten. Trotzdem: "Wir nehmen an einem Großversuch teil, weil niemand mit letzter Klarheit nachweisen kann, wie sich dieser Chemiemix langfristig auswirkt." Bei Tieren sei eine schädliche Wirkung bereits nachgewiesen. Ähnlich verhalte es sich beim Mikroplastik, das überall nachweisbar sei.

Auch dank der Kritik von KDFB und Naturschutzverbänden hätten sich die Zahnpasta-Hersteller zum Verzicht auf Mikroplastik verpflichtet. Dies beweise, dass es keinen Grund zur Resignation gibt: "Die Verbraucher können die Industrie zu Korrekturen veranlassen."

Zum Ende seiner knapp zweistündigen Ausführungen sagte Suttner: "Plastik ist nicht unser einziges Problem. Wir haben uns im industrialisierten Norden in jeder Hinsicht einen Lebensstil angeeignet, der zu viele Ressourcen beansprucht." Angesichts des hohen Nachholbedarfs der armen Menschen des Südens sei hier anzusetzen. Daher sein Appell: "Wir sollten uns endlich am Ziel einer verantwortbar nachhaltigen Lebensqualität orientieren und uns vom trügerischen Konsumglück lösen." Er forderte, Plastikprodukte mit der Recycling-Nummer O (Other) zu meiden.
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