Provisorien, Risse, Schlaglöcher

Sorgen bereitet den Mitgliedern des Bauausschusses der schlechte Zustand vieler Straßen in der Marktgemeinde. Bei einer Rundfahrt machte sich das Gremium ein Bild von den Schäden und forderte Bauhofleiter Jörg Dollhopf (Dritter von rechts) auf, aus fachlicher Sicht eine Rangordnung der notwendigen Sanierungsmaßnahmen vorzunehmen. Bild: do
Lokales
Kirchenthumbach
01.07.2015
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Ein bisschen Griechenland-Hilfe wäre auch für die Marktgemeinde hilfreich. Für 67 Straßenkilometer, die 42 Ortschaften erschließen, ist sie zuständig. Und an den teilweise schmalen Wegen nagt der Zahn der Zeit. Außerdem werden vor allem die landwirtschaftlichen Fahrzeuge immer größer und breiter. Doch eine Sanierung der Straßen kostet Geld.

Was tun mit den vielen ramponierten Gemeindestraßen? Mit Bauhofleiter Jörg Dollhopf am Steuer des Gemeindetransporters, zweitem Bürgermeister Josef Schreglmann als Beifahrer und sechs Marktgemeinderäten als Insassen tourte der Bauausschuss durch das Gemeindegebiet, um eine Übersicht über den baulichen Zustand der Wege zu erhalten. Zuerst wurden die Kirchenthumbacher Siedlungen angesteuert - einschließlich der Kellerstraße, einer laut Josef Schreglmann "berühmt-berüchtigten Straße" -, dann führte die zweistündige Rundreise aufs Land.

Auf teilweise holprigen Wegen und Gemeindeverbindungsstraßen "rumpelte" der Bus über Provisorien, Risse und Schlaglöcher. Aber auch über zeitgemäß ausgebaute Ortsverbindungsstraßen ging die Fahrt. Ziele waren der größte Teil der Weiler und Orte: Görglas und Höflas, der Kirchplatz in Neuzirkendorf, die Straßen von Altzirkendorf nach Dammelsdorf, von Neuzirkendorf nach Tagmanns, von Thurndorf nach Sassenreuth, von Naslitz nach Metzlasreuth und in Richtung Altencreußen: Dem Ausschuss entging fast kein Straßenkilometer.

Großer Informationsbedarf

Schon während der Besichtigungstour war der Informationsbedarf groß. Sanierungsschritte und Fördermöglichkeiten, die Qualität von Neubaumaßnahmen, die Sanierung maroder Wasser- und Abwasserleitungen als Voraussetzung für die Erneuerung von Fahrbahnen und Fragen zur Herstellung von Siedlungsstraßen, verbunden mit Überlegungen zur Einhebung von Erschließungsbeiträgen, standen im Mittelpunkt der Diskussion, die sich im Sitzungssaal des Rathauses fortsetzte.

Dort erinnerte zweiter Bürgermeister Josef Schreglmann an eine Prioritätenliste aus dem Jahr 2013 zum Ausbau von vier Straßenabschnitten. Verwirklicht worden sei nur der Ausbau zwischen Neuzirkendorf und Weißenbrunn. Die weiteren Projekte - von Neuzirkendorf nach Tagmanns, die Ortsdurchfahrt von Sassenreuth und die Kirchenthumbacher Kellerstraße - harrten noch auf Verwirklichung. Für Neuzirkendorf-Tagmanns gebe es sogar bereits einen Ingenieurvertrag. Aus ihm nicht bekannten Gründen sei aber kein Förderantrag für den Straßenausbau gestellt worden, merkte Schreglmann an.

Während Winfried Sporrer auf einen Ausbau des Streckenabschnitts drängte, erinnerte Jürgen Geyer daran, dass die Maßnahme mit der Aufnahme in den Gemeindehaushalt bereits anfinanziert worden sei. "Das war schon lange beschlossene Sache, den Bau in zwei Etappen zu verwirklichen." Geyer vermisste eine Schlussfolgerung schon im Jahr 2014: "Wo blieb der Förderantrag?"

Alternativen aufzeigen

Mit dem ÜCW-Rat plädierte zweiter Bürgermeister Josef Schreglmann dafür, erst einmal die Prioritätenliste von 2013 zu überarbeiten. Geyer sah darin eine Aufgabe des Bauhofes und der Verwaltung. "Wir haben heute beobachtet, dass sich alle Gemeindestraßen auf eine Maßnahmenliste gehören." Ein Kriterienkatalog mit dem Aufzeigen von Alternativen wäre dazu recht hilfreich, sagte er.

Nur als Empfehlung an den Marktgemeinderat wollten die Mitglieder des Bauausschusses die weiteren Schritte sehen: an der Prioritätenliste 2013 festzuhalten und den Bauhofleiter zur Ausarbeitung einer auf 20 Jahre ausgelegten Rangliste notwendiger Straßenbau- und -sanierungsmaßnahmen aufzufordern.
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