Rüffel für Kämmerer

Lokales
Kirchenthumbach
22.12.2014
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Früher standen Bauhof-Fahrzeuge im Untergeschoss des Rathauses. Nun sollen daraus direkt unter dem Sitzungssaal Sozialräume werden. 39 000 Euro soll der Umbau kosten, was Jürgen Geyer aber so ganz und gar nicht glauben will.

Kämmerer Michael Eisner nennt sie "ausgaben- oder zahlungswirksame Kosten". Eine Milchmädchenrechnung, sagte Jürgen Geyer in der Bauausschusssitzung. Der Marktgemeinderat vermisst eine saubere Kostenberechnung und befürchtet realistische Ausgaben jenseits von 100 000 Euro.

Auf einer Fläche von zirka 80 Quadratmetern sollen im Untergeschoss der kommunalen Bürgerzentrale "Rückzugsräume" für das Personal entstehen. Bürgermeister Jürgen Kürzinger stellte in der Bauausschusssitzung die Planskizzen vor. Aufenthaltsraum, Teeküche, ein kleiner Lagerraum und eine WC-Anlage sollen entstehen. "In den Keller" soll auch die gesamte Finanzverwaltung.

"Das macht den Weg frei für den publikumswirksamen Bereich auf einer Ebene", argumentierte der Bürgermeister. Ein kundenfreundliches Unterfangen ohne Treppensteigen, wie der Rathauschef weiter betonte. Die finanziellen Auswirkungen auf die Marktgemeinde und die Verwaltungsgemeinschaft erläuterte Kämmerer Michael Eisner.

Der Finanzchef definierte die von der Verwaltung errechneten "zahlungswirksamen" Kosten in Höhe von 39 000 Euro für die Baumaterialien, erklärte die Berechnung von Abschreibung und Zins und kam auf einen Kostenanteil der Verwaltungsgemeinschaft von 85 Prozent. Freilich ist der Marktgemeindeanteil von 15 Prozent nur Theorie, trägt doch der Markt Kirchenthumbach den Hauptanteil an den VG-Umlagekosten. Die Bauausführung soll dem Gemeindebauhof übertragen werden.

Ungehalten reagierte Jürgen Geyer auf das "unvollständige Zahlenmaterial" des Kämmerers. Er verwies auf die zusätzlichen Kosten für die Einrichtung mit geschätzten 30 000 Euro und die erst gar nicht einkalkulierten Bauhofleistungen. "Auf der einen Seite ist der Bauhof stets überlastet, und dann kann er plötzlich den Rathausumbau stemmen", kritisierte Geyer und urteilte: "Man muss von einem Bauhofleiter erwarten, eine ehrliche Kostenberechnung einschließlich einer Schätzung der Personalkosten vorzulegen."

Dagegen nannte es der Bürgermeister gefährlich, mit "Hausnummern" die Bauhofleistungen in die Kalkulation einzubeziehen. Angelika Kummert-Schleicher wiederum stellte die Frage, ob es nicht wichtigere Dinge zum Erledigen gäbe, solange die tatsächlichen Kosten des Projekts nicht bekannt seien. Diese Kosten hielt zweiter Bürgermeister Josef Schreglmann für "nicht erstrangig". Er sei davon überzeugt, dass der Bauhof nach bestem Wissen und Gewissen den sinnvollen Umbau bewältigen könne.

Für einen "nicht kalkulierten Aufwand" wollte Jürgen Geyer nicht geradestehen. Er verweigerte ebenso seine Zustimmung wie Angelika Kummert-Schleicher. Mit einem Stimmenverhältnis von 5:2 billigte der Bauausschuss die Umbaumaßnahme.
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