Sägewerke "voll mit Holz"

Lokales
Kirchenthumbach
16.10.2015
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"Schützt eueren Wald rechtzeitig durch Nutzung, bevor andere darüber bestimmen. Es geht um unser Eigentum." Mit diesem Appell wandte sich Reinhard Wiesent, der Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft, an die Waldbauern. Anlass war das "Jahr des Naturschutzes".

Wiesent warnte in den drei Gebietsversammlungen in Kirchenthumbach, Schlammersdorf und Eschenbach die Waldbesitzer davor, dass "uns in unseren seit Generationen gepflegten Wäldern, die jetzt als schützenswert gelten, das Recht zur Nutzung genommen werden soll".

In seinem Jahresrückblick auf den Holzmarkt nannte er den Orkan "Niklas", weitere Gewitterstürme und den Käferbefall als Ursachen für den starken Preisverfall bei Rundholz. Der FBG-Geschäftsführer räumte allerdings ein, dass die hiesige Region im Gegensatz zu Südbayern noch "verhältnismäßig gut weggekommen" sei. Die Sägewerke seien jedoch zum Teil über das Jahr 2015 hinaus "voll mit Holz".

Verstärkt werde die Situation durch die zunehmenden "Käfer-Kalamitäten". Die Folgen seien eine stark gesunkene Nachfrage nach Rundholz und eine frühzeitige Kontingentierung der Anfuhr. Wiesent befürchtete weiter zurückgehende Preise: "Glücklich der, der in den vergangenen beiden Jahren Holz gemacht hat." Als positiv wertete er, dass die Forstbetriebsgemeinschaft über genügend Brennholz zum Verkauf verfüge.

Zu den aktuellen Reaktionsmöglichkeiten der Waldbesitzer zählte er Durchforstungen zur Stabilisierung der Wälder. Starkholzeinschläge sollten rechtzeitig mit der FBG-Geschäftsstelle abgesprochen werden. Den Wertholzplatz Parkstein-Hütten bezeichnete er als "Schaufenster" der Holzvermarktung und ging auf die bisher sehr guten Verkaufserlöse ein. Gesucht würden starke, gerade, gesunde, ast- und beulenfreie sowie gut verkernte Nadelholzstämme: "Wer so etwas hat, bitte melden."

Der Geschäftsführer informierte über die bestehenden Hackschnitzelverträge und rief dazu auf, weiterhin trockene Ware anzuliefern. Große Anliegen sind ihm der Bau von Forstwegen und das Markieren von Waldgrenzen. Erfahrungen hätten gezeigt, wie wichtig es sei, Informationen über die Grenzen der Waldbestände in der Familie weiterzugeben.

In seinem Schlusswort dankte Markus Heining, der Vorsitzende der Forstbetriebsgemeinschaft, Revierförster Mathias Rupp für dessen konstante Betreuung der Waldbauern. In Geschäftsführer Reinhard Wiesent sah er eine Fachkraft, die die FBG zusammenhalte. Die Jahreshauptversammlung kündigte er für 26. Februar 2016 im Gemeindezentrum Speinshart an.
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