Sauberes Trinkwasser vorrangig

Martin Kohl, Vorsitzender des neu gegründeten Vereins "Wiederaufbau Bhaktapur", vor dem Schaufensterl am Marktplatz: Thema der von ihm betreuten kleinen Ausstellung ist diesmal das schwere Erdbeben am 25. April in Nepal. Bild: ü
Lokales
Kirchenthumbach
17.07.2015
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Die rechtlichen Voraussetzungen sind geschaffen: Der neu gegründete Verein "Wiederaufbau Bhaktapur - Hilfe für Nepal" ist als gemeinnützig anerkannt und berechtigt, Spendenquittungen auszustellen. Jetzt kann für den Wiederaufbau in der Königsstadt im Kathmandu-Tal gespendet werden.

Passend dazu ist Bhaktapur, wo Vorsitzender Martin Kohl von 1974 bis 1979 gearbeitet hat, derzeit das Thema im "Schaufensterl" am Marktplatz. Zu sehen sind Fotos der zerstörten Stadt sowie Gebrauchsgegenstände aus dieser Region, darunter ein Wassertopf aus Messung, mit dem noch vor 50 Jahren Brunnenwasser nach Hause geholt wurde.

Die Erdbeben haben das zentrale Wasserversorgungssystem zerstört, so dass Wasserkrüge zurzeit wieder zum Einsatz kommen. Um schweren Krankheiten vorzubeugen, hat der Kirchenthumbacher Verein bereits vorab fünf Wasseraufbereitungsanlagen finanziert und nach Nepal geschickt.

Das schwere Erdbeben vom 25. April mit einer Stärke von 7,9 und das schwere Nachbeben vom 12. Mai mit 7,3 auf der Richterskala haben in Nepal unglaubliche Zerstörungen und Schäden hinterlassen. Mehr als 8700 Menschen wurden getötet, unzählige weitere schwer verletzt. Erst nach und nach werden die dramatischen Langzeitfolgen deutlich. Der Verlust von Familienmitgliedern und Freunden ist bedrückend, Häuser werden nicht oder nur teilweise wieder bezogen werden können, Farmland liegt brach, Geschäfte sind zerstört. Die Haupt- und die fast täglichen Nachbeben über Wochen hinweg haben die Menschen traumatisiert. Sie trauen sich nicht in die noch bewohnbaren Häuser zurück und haben Angst, dass die heftigen Monsunregen die schwer beschädigten Gebäude zum Einsturz bringen.

Dramatisch ist aber auch die wirtschaftliche Situation: Der Tourismus als wichtigste Einnahmequelle ist nahezu vollständig zum Erliegen gekommen, die meisten Läden und Betriebe sind zerstört oder wegen schwerer Schäden geschlossen. Die Menschen haben nicht nur ihr Hab und Gut verloren, sie stehen auch ohne Arbeit und Einkommen da.

Von den 172 Tempelanlagen und Kulturdenkmalen, die auf der Unesco-Liste stehen, sind über die Hälfte in Mitleidenschaft gezogen worden. Bemerkenswert, aber wenig tröstlich ist, dass alle in den 1970er Jahren vom Bhaktapur Development Projekts (BDP) restaurierten Tempel und Anlagen den Beben standgehalten haben.

Einige der ehemaligen BDP-Mitarbeiter, darunter auch Martin und Margit Kohl aus Kirchenthumbach, möchten sich zusammen mit Nepalfreunden aktiv für den Wiederaufbau in der historischen Weltkulturerbestadt engagieren. Vorrangige Ziele des neu gegründeten Vereins sind: Versorgung mit sauberem Trinkwasser, Verbesserung der Hygienesituation, Hilfe beim Wiederaufbau in erdbebensicherer Bauweise sowie bei der Erneuerung und Anpassung des Stadtentwicklungsplanes.

Die ehemaligen BDPler können durch ihre langjährige Erfahrung und fundierte Ortskenntnis garantieren, dass Spendengelder direkt, effektiv, sinnvoll und auch nachweisbar eingesetzt werden. Mit der Rabindra Puri Foundation Bhaktapur hat der Verein einen kompetenten Partner vor Ort gewonnen.
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