Vermisst, gefallen, für tot erklärt

72 Soldaten sind auf der "Gedenktafel der gefallenen Helden 1939 bis 1945" abgebildet - doch das sind nicht alle Menschen aus der Pfarrgemeinde Kirchenthumbach, die infolge von Krieg und NS-Regime ihr Leben lassen mussten. Im Zuge der Restaurierung der Tafel sollen auch sie berücksichtigt werden. Bild: Fürk
Lokales
Kirchenthumbach
28.04.2015
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Der Zweite Weltkrieg, der vor 70 Jahren zu Ende ging, hat bis heute spürbares Leid und tiefe Trauer hinterlassen. An die Gefallenen und Vermissten erinnern das Kriegerdenkmal an der Bayreuther Straße und eine Gedenktafel im Friedhof.

Auf ihr sind in Wort und Bild die "Gefallenen Helden der Pfarrgemeinde Kirchenthumbach von 1939 bis 1945" verzeichnet. Insgesamt sind 72 Männer, allesamt Soldaten, abgebildet.

Das sind aber nicht alle, die durch den Krieg und das NS-Regime umgekommen sind. Hinzu kommen Frontkämpfer, die als vermisst gemeldet waren, sowie Frauen und Männer, die auf der Flucht oder bei der Zwangsvertreibung ihr Leben lassen mussten. Insgesamt dürften mehr als 100 Frauen und Männer dem Wahnsinn des Dritten Reiches zum Opfer gefallen sein.

Fotos gesucht

Zurzeit wird die Bildtafel auf Initiative einer Kirchenthumbacher Bürgerin, die nicht genannt werden will, restauriert. Das Problem dabei ist aber, dass einige Fotos derart vergilbt sind, dass sie weder labortechnisch verbessert noch reproduziert werden können. Jetzt soll versucht werden, bei den Angehörigen Ersatz zu bekommen.

Gesucht werden auch Fotos von Gefallenen, Vermissten sowie inzwischen für tot Erklärten, die bisher nicht auf der Gedenktafel berücksichtigt worden sind. Finanziert werden die Restaurierungsarbeiten von der Marktgemeinde.

Angeschafft hat die Erinnerungstafel Anfang der 1960er Jahre der VdK-Ortsverband Kirchenthumbach in Zusammenarbeit mit der Kommune. Unterstützung bekam der Sozialverband damals von Pfarrer Josef Bollmann.
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