"Viel Geld sinnlos verpulvert"

Lokales
Kirchenthumbach
15.06.2015
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Ein Haushalt, dem alle zustimmen können - so präsentierte sich das Zahlenwerk der Marktgemeinde Kirchenthumbach für das laufende Jahr. Trotzdem gab es auch Kritik.

Die Fraktionssprecher zollten der Kämmerei - allen voran Kämmerer Michael Eisner - ihr Kompliment für den Haushaltsplan 2015. Für die SPD-Fraktion sprach Heribert Lassner von einem solide geplanten "Haushalt der Superlative". Die "Königsdisziplinen" Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit würden nicht verletzt. Lassner warnte davor, Projekte nur des Zuschusses wegen anzugreifen. "Ein Blick in die jüngere Vergangenheit zeigt, dass bei Projekten, die mit besonders hohen Zuschüssen gefördert werden, viel Geld sinnlos verpulvert wird", sagte Lassner und verwies auf die Gemeindeverbindungsstraße von Neuzirkendorf nach Weißenbrunn.

Mit einem kommunalen Anteil von einer halben Million seien vier Kilometer Straße saniert worden, hätte man dieses Geld in den Straßenunterhalt gesteckt, dann wären 16 Kilometer in einem sehr guten Zustand. Dass im laufenden Jahr auf Rücklagen zurückgegriffen wird, nannte Lassner absolut richtig: "Wir sind keine Sparkasse, Rücklagen sind für Investitionen da." Dass in den Jahren 2016 bis 2018 die Sanierung der Schule angegangen wird, sei wichtig. Anvisierte Kosten in Höhe von drei Millionen Euro müssten aber reduziert werden.

CWG-Sprecher Jürgen Geyer charakterisierte den Haushalt als "handwerklich ordentlich gemacht". Bei der Vorbereitung der Beratungen habe leider der Haushaltsvorbericht gefehlt, er gehe aber davon aus, dass dieses bewährte Instrument im nächsten Jahr wieder an die Gemeinderäte gehe. Dem Haushalt 2015 sehe man an, dass er in entscheidenden Passagen verändert wurde: So wurde die Auflösung von Rückstellungen reduziert und von einer Neuverschuldung sei keine Rede mehr. Geyer war betrübt darüber, dass man mit der Bewerbung um Fördergelder aus dem EFRE-Programm gescheitert sei.

Es sei traurig, denn damit werde man auf Jahre von diesem lukrativen Förderprogramm ausgeschlossen. "Es ist aber auch traurig, dass man darüber nur aus der Zeitung erfährt", monierte Geyer. Die CWG werde ihren Beitrag leisten und an konstruktiven Lösungen für die anstehenden Aufgaben mitarbeiten. "Insofern hoffe ich, dass von diesem Haushalt mehr und Sinnvolleres realisiert wird als vom letzten", sagte Geyer.
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