Was von Dora übrig blieb

Besprechung in der Backstube des Nußsteinhauses (von links): Gerhard Seemann, Margot Röttger, Fritz Fürk, Rainer Röttger, Ludwig Albersdorfer und Martin Kohl klären Details ihrer Ausstellung ab. Bild: Fürk
Lokales
Kirchenthumbach
30.03.2015
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Die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs greift eine Schau in Kirchenthumbach auf. Zum 70. Jahrestag dokumentiert der Kulturkreis, wie die Menschen im Ort die Befreiung erlebten.

"70 Jahre Kriegsende - 70 Jahre Frieden - Nie wieder soll Bedrohung oder ein Krieg von Deutschland ausgehen." So lautet der Titel einer Ausstellung zum 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs". Organisatoren sind Mitglieder und Freunde des Kulturkreises Kirchenthumbach (KKK). Ausstellungsort ist das Schaufenster am Marktplatz sowie der Vorplatz.

Organisiert haben die Schau Martin Kohl, Fritz Fürk, Elisabeth Scherb-Mückl, Margot und Rainer Röttger, Gerhard Seemann und Ludwig Albersdorfer. "Wir wollen weder Krieg noch Waffen verherrlichen", sagte Martin Kohl bei einer Besprechung in der Backstube des Nußsteinhauses. Vielmehr solle die Ausstellung dokumentieren und Mahnung sein. Die kleine Präsentation bezieht sich hauptsächlich auf regionale Ereignisse. Zu sehen ist ein Modell der riesigen Kanone Dora. Hitlers Wunderwaffe sollte den verlorenen Krieg noch wenden. Deutsche Soldaten sprengten sie dann allerdings kurz vor Kriegsende auf den Gleisen bei Metzenhof, um sie nicht dem Feind zu überlassen. Das Modell ist eine Leihgabe des Grafenwöhrer Militärmuseums.

Übrigbleibsel der Dora, wie zum Beispiel Stahlteile, Schraubenschlüssel, eine Steigleiter oder eine Sackkarre gibt es bei der Schau ebenfalls zu sehen. Präsentiert werden außerdem Zeitungsartikel, Orden sowie Gedenktafeln gefallener Männer aus den Pfarreien Kirchenthumbach und Neuzirkendorf. Interessant ist auch ein Tagebuch von Professor Dr. Georg Rost, der die letzten Kriegstage in Kirchenthumbach erlebte. Er schrieb seine Erlebnisse akribisch nieder. Präsentiert wird zudem ein Kurzfilm, der den Einmarsch der Amerikaner in Oberbibrach, Vorbach und Grafenwöhr sowie General Patton zeigt. Eine Bilderschau bietet Fotos aus "Kirchenthumbachs Zeit unterm Hakenkreuz".

Ergänzt wird die Präsentation mit Dokumenten von Kriegsteilnehmern, die Bürger nach einem Aufruf des KKK zur Verfügung gestellt haben. Die Ausstellung soll Woche für Woche mit neuen Exponaten ergänzt werden. Der KKK weist darauf hin, dass die von Jürgen Böhme und Fritz Fürk herausgegebene Dokumentation "Kriegsende in Kirchenthumbach und Umgebung" zum Preis von fünf Euro im Nußsteinhaus erhältlich ist.
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