Gemeinde und Anlieger der Ortsdurchfahrt in Sassenreuth streiten
Um eine Handvoll Meter

Der Bauausschuss bei einem Ortstermin vor einigen Wochen. Während die Arbeiten sonst voranschreiten, hat sich am strittigen Streifen (links) kaum mehr etwas getan. Bild: dfr
Politik
Kirchenthumbach
16.11.2016
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Es sind drei praktisch unbebaute Quadratmeter, über die Kirchenthumbach derzeit spricht. Weil sich die Gemeinde und ein Anlieger der Ortsdurchfahrt von Sassenreuth nicht einigen können, droht die Sanierung der Straße ins Stocken zu geraten.

Sassenreuth. Drei Quadratmeter Boden sorgen für Gesprächsstoff im Kirchenthumbacher Ortsteil. Um diese Fläche dreht sich eine Auseinandersetzung zwischen Gemeinde und einem Anlieger der Ortsdurchfahrt, Anwälte und das Weidener Vermessungsamt sind eingeschaltet. Das bestätigen der Anlieger wie auch Bürgermeister Jürgen Kürzinger. Damit enden die Gemeinsamkeiten.

Kürzinger berichtet von anfangs guten Gesprächen wegen der kleinen Fläche, über die schon bisher die Straße verlief. Den Straßenausbau wollte die Gemeinde zum Anlass nehmen, um die Eigentumsverhältnisse zu klären, denn alle Beteiligten waren davon ausgegangen, dass die drei Quadratmeter dem Anlieger gehören. Laut Kürzinger ging es in den Gesprächen um mögliche Ausgleichsflächen. Das änderte sich, als das Vermessungsamt bei einer Routinevermessung festgestellt habe, dass die Fläche gar nicht zum Privatgrund zählt. Es habe sich immer schon um öffentlichen Grund gehandelt. Damit war das Problem nicht gelöst, es wurde erst pikant. "Die Anlieger haben das Ergebnis der Vermessung nicht anerkannt."

Stattdessen nahm sich die andere Seite einen Anwalt, "und das hat die Gemeinde dann auch getan", erklärt Kürzinger. Er hoffe, dass es bald zu einer Lösung kommt, erklärt der Bürgermeister, der bemüht ist, den Streit nicht weiter anzuheizen: "Ich habe da schon Verständnis. Wenn die Leute glauben, dass ihnen die Fläche gehört, dann ist es normal, dass sie das überprüfen lassen."

Vom Straßenanlieger kommen weniger versöhnliche Signale. Weil es sich um ein schwebendes Verfahren handelt, wolle er sich nicht äußern. Dass der Bürgermeister nicht die Wahrheit sagt, erklärt er dann doch. Überhaupt werden zu viele Unwahrheiten verbreitet, "alle, die es etwas angeht" habe er am Sonntag bei einer Dorfversammlung über seine Sicht der Dinge informiert. Der Bürgermeister war bei dieser Versammlung nicht anwesend, wohl aber dessen zweiter Stellvertreter, Werner Trenz. Der sitzt für die Sassenreuther Liste im Gemeinderat, will sich zum Eigentumsstreit aber auch nicht äußern. Auch das Vermessungsamt hält sich zurück, bestätigt nur, dass es die Vermessung tatsächlich gab und dass der Anlieger die Unterschrift verweigert hat, so dass das Vermessungsergebnis bis auf weiteres nicht rechtsgültig ist.

Auch die Eschenbacher Polizei war schon vor Ort. Der Anlieger habe die Beamten vergangene Woche gerufen, bestätigt der stellvertretende Inspektionsleiter Werner Stopfer. Die Streife trat in Sassenreuth als Vermittler auf. Man habe sich darauf geeinigt, an der umstrittenen Fläche bis auf Weiteres die Arbeiten ruhen zu lassen.

Das bestätigt der Bürgermeister. An der Baustelle gebe es genug zu tun, so dass es vorerst keine Problem sei, die Stelle auszusparen. Tatsächlich sind inzwischen links und rechts der Fläche die Randsteine gesetzt, der Streifen selbst blieb davon unberührt. Jürgen Kürzinger glaubt nicht, dass dadurch die Kosten für die Arbeiten nennenswert steigen und auch an der geplanten Fertigstellung im April 2017 möchte er festhalten. "Das Wetter ist der größere Unsicherheitsfaktor", glaubt Kürzinger. Tatsächlich soll es noch in dieser Woche erneut Gespräche aller Beteiligter geben. Einigung nicht ausgeschlossen.
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