Landtagsausschuss befasst sich mit F 16-Absturz
US-Armee sagt sorry

Auch wenn es anders aussieht: Der Absturz der F16 hinterließ laut Umweltausschuss im Landtag weniger Schäden, als zu befürchten stand. Bild: mor
Politik
Kirchenthumbach
17.03.2016
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München/Kirchenthumbach. Der Absturz des F-16 Kampfjets der US-Luftwaffe an der Grenze der Landkreise Bayreuth und Neustadt/WN wird nach Einschätzung der bayerischen Staatskanzlei weder gesundheitliche noch ökologische Spätfolgen haben. Das geht aus einem Schreiben von Staatskanzleichef Marcel Huber an den Landtag hervor, über das im Umweltausschuss beraten wurde.

Zwar seien bei dem Absturz am 11. August bis zu 13 Liter des giftigen Treibstoffs Hydrazin ausgetreten, Einsatzkräfte seien aber nicht mit der Chemikalie in Berührung gekommen, medizinische Untersuchungen blieben ohne Befund. Durch den Bodenaustausch seien zudem alle Verunreinigungen mit Hydrazin und Kerosin beseitigt worden. "Es ist davon auszugehen, dass nach der erfolgten Sanierung keine Gefahren für die Umwelt als Folge des Jetabsturzes bestehen", schrieb Huber. Die Absturzursache ist laut Huber noch nicht geklärt, der Untersuchungsbericht des US-Militärs werde für die nächsten Wochen erwartet.

Bei dem Rettungs- und Löscheinsatz war es zu Irritationen gekommen, weil die US-Streitkräfte zunächst erklärt hatten, es sei kein Hydrazin ausgetreten. Die Einsatzkräfte der örtlichen Feuerwehren und Rettungsdienste hatten sich deshalb ohne spezielle Schutzkleidung an die Lösch- und Bergungsarbeiten gemacht. Erst später korrigierte eine Spezialeinheit der US-Luftwaffe die Aussagen. Dies habe zu "Verwirrung" geführt, erklärte ein Vertreter der Staatskanzlei im Ausschuss. Die amerikanische Seite habe sich inzwischen mehrfach für diesen Kommunikationsfehler entschuldigt, zuletzt habe dies der Oberkommandierende der US-Luftwaffe für Europa und Afrika, General Frank Gorenc, am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz getan. Als Konsequenz aus dem Vorfall habe die US-Luftwaffe einen zentralen Ansprechpartner für derartige Unfälle benannt, zudem sei eine gemeinsame Notfallübung örtlicher Rettungskräfte mit denen der US-Armee am Truppenübungsplatz Grafenwöhr vereinbart worden.

Die Grünen-Abgeordnete Ulrike Gote zeigte sich erleichtert, dass die Fehler benannt und Konsequenzen gezogen worden seien. "Wir hatten großes Glück, dass bei dem Absturz nicht mehr passiert ist", sagte sie. Gote reagierte auch auf Kritik am Vorgehen der örtlichen Rettungskräfte. Diese hätten "großartige Arbeit geleistet", betonte sie. Das bestätigte auch der Sprecher der Staatskanzlei. Unter den gegebenen Umständen habe es bei dem Einsatz "keine Defizite" gegeben. Der SPD-Abgeordnete Klaus Adelt ergänzte, das nun offenbar in die Wege geleitete verbesserte Einsatzmanagement für derartige Unfälle sei dringend erforderlich. "Einsatzkräfte müssen genau wissen, welchen Stoffen und Gefahren sie an einem Unfallort ausgesetzt sind", betonte Adelt.
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