Neuzirkendorfer ärgern sich über Marktgemeinderäte
„Dieser Egoismus nervt uns“

Die Windräder bei Altzirkendorf sorgen für Debatten. Bild: mor
Politik
Kirchenthumbach
01.12.2016
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Die Neuzirkendorfer sind sauer auf die Thurndorfer Marktgemeinderäte. Der Grund: die Windkraft-Räder und deren Standorte. Auch die Ortsverbindungsstraße nach Tagmanns sorgen für Debatten bei der Bürgerversammlung im Gasthaus Wagner.

Neuzirkendorf. (dfr) Volles Haus und reichlich Stoff zum Diskutieren gab es bei der zweiten von drei Bürgerversammlungen des Marktes Kirchenthumbach. Bürgermeister Jürgen Kürzinger hatte speziell die Einwohner aus Sassenreuth sowie aus Neu- und Altzirkendorf eingeladen.

Er berichtete, dass die Arbeiten in Sassenreuth nächstes Jahr komplett abgeschlossen werden. Zudem lobte er die Unterstützung des Bauhofs: "Die Eigeninitiative auf den Dörfern ist besonders lobenswert. Wenn der Bauhof im Gemeindebereich unterwegs ist, um Arbeiten zu erledigen, werden sie oft von Freiwilligen unterstützt." Für mehr Diskussionsbedarf sorgte die sehr marode und sanierungsbedürftige Ortsverbindungsstraße von Neuzirkendorf nach Tagmanns.

Den Bürgern stieß sauer auf, dass die Erneuerungsmaßnahme bereits seit Jahren geplant sei, aber bis dato nichts gemacht wurde. "Dies ist einzig und allein eine Entscheidung des jetzigen Marktgemeinderates beziehungsweise des Bauausschussgremiums. Wir haben uns insgesamt vier Stunden Zeit genommen, um alle Straßen in der Marktgemeinde abzufahren, um gegebenenfalls die Prioritätenliste neu zu ordnen", erwiderte der Bürgermeister. "Wir sind der Meinung, dass die Straße nach wie vor eine hohe Priorität hat, allerdings müsse man sich momentan gut überlegen, für was man das Geld ausgibt. Wir sprechen hier von einer Millionensumme, die der Ausbau kosten würde."

Streit um Windkraft


Winfried Sporrer merkte an, dass überlegt werden müsse, ob nicht zumindest mal ein Teilausbau angestrebt werden sollte, wie es auf der alten B470 von Göttersdorf bis zur Gemeindegrenze Richtung Degelsdorf geplant ist. Gerhard Schindler aus Neuzirkendorf appellierte an den Bürgermeister: "In der jetzigen Zeit ist das Geld günstig. Sollte man da als Kommune nicht mal darüber nachdenken, Kredite aufzunehmen?" Auch das Thema Windkraft beschäftigte die Einwohner von Neuzirkendorf. Auf die Frage, ob denn noch weitere Windräder kommen könnten, nahm der Bürgermeister den Anwohnern zumindest ein wenig die Bedenken. "Generell sind Windräder im Bereich Neuzirkendorf und im noch gemeindefreien Gebiet bei Thurndorf möglich. Allerdings maximal bis zu einer Nabenhöhe von 150 Meter, da hier die 10H-Regelung greift. Die Windkraftanlagenbauer machten mir aber deutlich, dass Anlagen mit einer solchen Höhe dort wenig Sinn machen würden", erklärte er.

Die Bürger aus Neuzirkendorf stört bei diesem Thema vor allem der Egoismus der Thurndorfer Marktgemeinderäte: "Seit bekannt ist, dass auch bei Thurndorf Windkraftanlagen möglich sind, interessiert dieses Thema auch wieder die Räte aus Thurndorf. Vorher ließ man uns in Alt- und Neuzirkendorf mit unseren Sorgen allein. Dieser Egoismus nervt uns."

Gute Nachrichten hatte Kürzinger für die Gemeinschaftshalle in Altzirkendorf: "Dieses Projekt wollen wir nächstes Jahr im Frühjahr abschließen. Auch die Außenanlagen sollen dann fertiggestellt werden." Winfried Sporrer regte an, einen Grüngutcontainer sowie einen Defibrillator in Neuzirkendorf zu installieren.
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