150 Jahre Feuerwehr Kirchenthumbach: Begonnen hat alles ganz bescheiden - ein Blick zurück
Gerätehaus und Backofen in einem

Im Jahr 1876, zehn Jahre nach ihrer Gründung, nahm die Feuerwehr Kirchenthumbach ihre erste "Löschmaschine" in Betrieb. Die Feuerwehrmänner präsentierten die neue, 1450 Mark teure Saug- und Druckspritze vor dem Gasthof Biemichl, damals Gastwirtschaft, Metzgerei und Salzlager Heinrich Henfling. Repro: ü
Vermischtes
Kirchenthumbach
14.07.2016
43
0
 
Stolz präsentieren die Mitglieder des Vorstands die neue Vereinsfahne der Feuerwehr Kirchenthumbach: (von links) Vorsitzender Wolfgang Böhm, sein Stellvertreter Daniel Albersdorfer, Fahnenträger Christian Weiß, Adjutant Fabian Leipold und Kommandant Torsten Goß. Bild: ü

Ohne großes Tamtam, aber mit Leidenschaft und aus vollem Herzen feiert die Feuerwehr Kirchenthumbach am Samstag und Sonntag, 16. und 17. Juli, ihr 150-jähriges Bestehen. Damit verbunden sind die Segnung der neuen Fahne und des neuen Einsatzfahrzeuges HLF 20: Die Brandschützer sind nun für alle Herausforderungen bestens gerüstet. Begonnen dagegen hat alles ganz bescheiden - ein Blick in die Geschichte.

Gegründet wurde die Feuerwehr am 1. Mai 1866 unter Federführung von Nepomuk Dörfler. Die Gründungsmitglieder entstammten zum größten Teil dem damaligen Arbeiter-, Turn- und Sportverein. Uniformen und Geräte mussten die Wehrmänner aus eigener Tasche bezahlen.

Ein schwarzer Tag in der Geschichte war das Jahr 1871, als die Gebäude am Kirchenthumbacher Marktplatz fast vollständig einem Brand zum Opfer fielen. Nun wuchs unter den Einwohnern erst recht die Erkenntnis, welchen Nutzen eine gut ausgerüstete Feuerwehr hat.

Pfarrer stellt Platz bereit


Gemeinsame Anstrengungen führten im Jahr 1876 zur Anschaffung einer modernen Saug- und Druckspritze zum Preis von 1450 Mark. Danach stellte sich die Frage nach einem Gerätehaus. Vorbereitungen und Bau fielen in die Zeit von 1880 bis 1883. Den Platz hinter der Kirche stellte der damalige Pfarrer Andreas Haberkorn zur Verfügung, das Baumaterial bezahlte die Gemeinde. Kirchenthumbacher Handwerker und Feuerwehrmänner arbeiteten ohne Entgelt am Neubau. Nur eine Hälfte des Gebäudes diente übrigens als Feuerwehrgerätehaus - die andere als Backofen.

1906 kaufte die Wehr für 600 Mark eine Feuerwehrleiter. Die erste Motorspritze auf einem Hänger mit Vollgummireifen folgte 1929. 20 Jahre später wurde eine weitere Motorspritze mit 800 Liter Pumpenleistung angeschafft.

1901 erwarb die Feuerwehr ihre erste Vereinsfahne, die aber 1941 beim Brand im Anwesen Thumbeck den Flammen zum Opfer fiel. 1951 weihte Pfarrer Josef Bollmann beim Heimatfest die Nachfolgerin. Im Jahr 1962 entstand in der Görglaser Straße ein, dem Stand der Technik entsprechendes neues Gerätehaus, das Bollmann 1963 segnete. Ein Tanklöschfahrzeug 16/25 wurde 1976 in Dienst gestellt.

Optimaler Standort


Damit die Feuerwehr in der Lage war, die ihr gestellten Aufgaben auch weiterhin zufriedenstellend zu lösen, beschloss der Marktgemeinderat am 22. Januar 1988 den Neubau eines Feuerwehrhauses an der Eschenbacher Straße: Der Standort bietet mit kurzen Wegen optimale Voraussetzungen bei Einsätzen. Architekt Hans Schuller aus Kirchenthumbach wurde mit der Planung beauftragt.

Im Sommer 1991 feierte die Wehr ihr 125-jähriges Bestehen, die Einweihung des neuen Gebäudes durch Pfarrer Konrad Beierl erfolgte allerdings erst ein Jahr später: am 22. Mai 1993. Das Einsatzfahrzeug LF 8 ging 1986 in Betrieb, das Mehrzweckfahrzeug "Ducato" wurde 1994 angemeldet, das Löschgruppenfahrzeug LF 16/121 im August 2004. Seit 2014 verfügen die Brandschützer über das Dekonfahrzeug MAN TGM als Ersatzfahrzeug.

In der Dezember-Sitzung 2013 beschloss der Marktgemeinderat die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs vom Typ HLF 20, das am Sonntag gesegnet werden soll. Nahezu zeitgleich entschied sich der Vorstand der Wehr für den Kauf einer neuen Vereinsfahne. Festprogramm

Investition in NachwuchsDer Wandel der Zeit stellte neue Anforderungen an die Feuerwehr. Die Einsätze erstreckten sich nicht mehr nur auf das Löschen von Bränden, sondern auch auf Hilfeleistungen bei Verkehrsunfällen.

Der Vorstand erkannte rechtzeitig die Zeichen der Zeit: Nur wer sich rechtzeitig um Nachwuchs kümmert, hat auch die Gewähr, dass der Fortbestand der Wehr gesichert ist. Und so investierten die Brandschützer in den Nachwuchs. Die Gründung der Jugendfeuerwehr datiert vom 6. Januar 1985. Zahlreiche Anwärter sind mittlerweile zu tüchtigen und zuverlässigen Feuerwehrleuten herangewachsen. (ü)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.