150 Jahre Feuerwehr Kirchenthumbach
Brand vernichtet erste Fahne

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Kirchenthumbach
11.02.2016
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1866, 1901, 1951: Das Gründungsjahr der Feuerwehr, das Jahr der Anschaffung der ersten Fahne und das Weihejahr der zweiten sind auf einer Seite des Vereinssymbols dokumentiert. Bild: ü

Es war am 1. Mai 1866, als unter Federführung von Nepomuk Dörfler die Freiwillige Feuerwehr Kirchenthumbach gegründet wurde. Seitdem sind 150 Jahre ins Land gezogen. Das Jubiläum soll im Juli bei einem kleinen Fest gefeiert werden. Dabei soll auch die neue Feuerwehrfahne gesegnet werden - bereits die dritte in der Vereinsgeschichte.

Die erste Vereinsstandarte wurde im Jahre 1901 angeschafft und von Pfarrer Alois Gmeiner gesegnet. Das Vereinslokal der Feuerwehr war damals der Gasthof Thumbeck, wo auch die Fahne an einem festen Platz verwahrt wurde.

Am 18. Januar 1941 früh um 7 Uhr brach in dem Anwesen mitten auf dem Marktplatz ein Brand aus. Wegen Wassermangels und klirrender Kälte konnte das Wohnhaus nicht gerettet werden. Und so wurde auch die Vereinsfahne völlig zerstört. Im Protokollbuch ist zu lesen: "Nachbargebäude wurden nicht beschädigt. Erschienen waren auch die Feuerwehren aus Creußen, Eschenbach und Grafenwöhr mit Motorspritzen."

Kommandant war damals ein "Herr Rieger", der die Bezeichnung "Wehrführer" trug. Ob die Brandversicherung den Wert der verbrannten Fahne ersetzt hat, ist nicht bekannt. Dokumentiert ist dagegen die Anschaffung einer neuen Fahne.

Aufwendige Stickerei


Diese erhielt im Zuge des Heimatfestes am 30. Juni 1951 durch Pfarrer Josef Bollmann - der übrigens bei dem Fest sein 25-jähriges Priesterjubiläum feierte - in einem Festgottesdienst den Segen. Die Messe fand auf dem Vorplatz der Kirche, zwischen Schulgebäude (heute Sparkasse) und Rathaus statt. Auf der einen Seite der Fahne sind das Wahrzeichen des Marktes, der Turm, und die Jahreszahlen 1866 (Gründungsjahr der Wehr), 1901 (Anschaffungsjahr der ersten Fahne) und 1951 (Weihe der zweiten Fahne) eingearbeitet. Auf der anderen Seite ist der Schriftzug "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr" zu lesen. Dazwischen ist in aufwendiger Stickerei die Bergkirche Maria Zell dargestellt. Über dem Gotteshaus schwebt auf Wolken der Schutzpatron der Feuerwehren, der heilige Florian.

Nicht weniger als 36 Festdamen, auch Fahnenjungfrauen genannt, begleiteten die Fahne bei der Weihe. Fahnenbraut war Resi Thumbeck, Fahnenträger Hubert Kraus. Als Begleiter fungierten Karl Schwemmer und Hans Schäfer.

Hergestellt worden war das gute Stück in der "Taubstummenanstalt Michelfeld mit Versorgungshaus für weibliche Geistesschwäche und Gebrechliche". Die für die damalige Zeit hochwertige Fahne kostete 670 Mark. Hinzu kamen die Kosten für Schärpen, ein Patenband, sechs weiß-rote Schärpen für die Fahnenjungfrauen und 40 Erinnerungsbänder sowie einen Tragegurt. Insgesamt überwies der Vereinskassier den Betrag von 902,50 Mark nach Michelfeld.

9000 Euro Kosten


Jetzt, 65 Jahre später, befindet sich die Fahne in einem sehr schlechten Zustand. Der Zahn der Zeit hat erheblich an Stoff und Stickerei genagt. Eine fachmännische Überprüfung hat ergeben, dass eine Restaurierung nicht mehr wirtschaftlich und auch nicht sinnvoll ist.

Der Vorstand der Feuerwehr hat deshalb beschlossen, im Jubiläumsjahr eine neue Fahne anzuschaffen, nach dem Muster der bisherigen. Der Auftrag ging an die Regens-Wagner-Stiftung in Michelfeld. An Kosten sind rund 9000 Euro angesetzt. Wegen der hohen Summe ist der Feuerwehrverein für jede Spende dankbar. Ehrenkreisbandinspektor Josef Schuller hat bereits einen größeren Betrag zur Verfügung gestellt.
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