50 Jahre Johanneskirche
Soldaten hoben Grund aus

Der Chor New Voices sang mit den Gläubigen das Jubiläumslied: "Kirche am Rande unserer Stadt, vor fünfzig Jahren wurdest du erbaut."
Vermischtes
Kirchenthumbach
20.06.2016
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Die Gestalter des Festgottesdienstes: Lektorin Gabriele Scherl, Synodale Herbert Steinbeck, Pfarrerin Anne Utz, Pater Dr. Benedikt Röder und Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiß (von links). Bilder: rn (2)

"Stets den Gott der Gnade hören und nicht katholische und evangelische Glaubensunterschiede hervorheben", diesen Aufruf gab Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiß den Gläubigen mit auf den Weg. Die feierten am Sonntag das 50-jährige Jubiläum der Johanneskirche.

Zur 50-Jahr-Feier der Johanniskirche musste ein Zelt aufgestellt werden. Die Kirche hätte die evangelischen und katholischen Gläubigen aus Kirchenthumbach und Eschenbach bei weitem nicht aufnehmen können. Die gesangliche Mitgestaltung hatte der Chor "New Voices" unter Leitung von Walter Thurn übernommen. Zum Einstieg passend wählte er das Lied "Herr, du bist hier an diesem Ort, dein Herz ist für uns offen ... du bist für uns da und rufst uns an deinen Tisch".

Pfarrerin Anne Utz sprach von einer jungen Kirche, der nach dem Wunsch der Gläubigen der Name des Lieblingsjüngers Jesu gegeben wurde. Sie rief dazu auf "auch wir sollen Lieblingsjünger Jesu sein" und stimmte dazu "Lobet den Herrn" an. Gemeinsam mit Pater Dr. Benedikt Röder und Pfarrerin Utz beteten die Gläubigen abwechselnd den Psalm 146: "Halleluja! Lobe den Herrn, meine Seele."

Regionalbischof Weiß suchte in seiner Festpredigt das Gemeinsame der beiden Glaubensgemeinschaften. Er sah in der heimischen, an Franken angrenzenden Region eine Gegend, in der in früheren Zeiten die konfessionellen Unterschiede stark ausgeprägt waren. Er hob die hier besser als in Südbayern ausgeprägte "bayerische Liberalität" hervor und versicherte: "Wir Lutheraner sind voll und ganz dabei und beten im Glaubensbekenntnis trotz ,heiliger Katholischer Kirche' frisch, fromm und frei mit." Den Namen der Kirche nahm er als Anlass zu einem Blick ins Neue Testament, in dem Johannes als "wichtige und liebste Gestalt" beschrieben wird. Der Bischof ging auf die anrührendste Szene ein, bei der Johannes mit Maria unterm Kreuz steht. Seine Kunde "auch in der Oberpfalz haben viele die Bedeutung der Ökumene kennen gelernt", fand im Festzelt Zustimmung.

Dankbar erinnerte er zudem an die US-Soldaten des Übungsplatzes, die den Grund für die Johanniskirche ausgeschoben haben, und an die damit verbundenen Kellerfunde. Weiß rief dazu auf, die Erlebnisse der Bauzeit stets im Gedächtnis zu halten.

Den Aufruf des Bischofs unterstrich das gemeinsame Singen des Kehrverses "Komm, sag es allen weiter, ruf es in jedes Haus ... Gott selber lädt uns ein". Offene Ohren fand der Aufruf von Pfarrerin Utz an alle Getauften zur Teilnahme am Abendmahl. Die Fürbitten "Wir legen vor dich, was uns bewegt" waren unter anderem Rufe nach lebendigem Geist, ökumenischer Gemeinschaft und nach Verbindendem bei Fußball-EM und auf Bolzplätzen. Dankesworte richtete Utz an die Gläubigen für deren Kommen und Mitfeiern und insbesondere an die katholische Kirchengemeinde. Sie hatte das gemeinsame Feiern in der Johanneskirche möglich gemacht und den eigenen Gottesdienst auf den Abend verlegt. Die Pfarrerin sah darin eine "nicht übliche und außergewöhnliche Geste". Zum Geschehen vor der Kirche verwies sie auf die angebotenen Johanneskirche-Jubiläumsnudeln, ein Faltblatt mit Informationen zur Kirche und einen Segensbaum mit Herzen, auf die eigene Gedanken geschrieben werden können. Nach dem gemeinsamen Segen von Bischof Weiß, Pater Röder und Pfarrerin Utz strömten die Gläubigen zum "Suppenkaspar" mit Gulasch, Steaks, Bratwürsten und Salat.
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