"Amberger Volkszeitung" wirbt auf Blech
Über 80 Jahre alte Tafel stark verrostet, aber noch lesbar

Ein Überbleibsel der alten "Amberger Volkszeitung": Die verrostete Werbetafel hängt an einer Scheunentür. Bild: ü
Vermischtes
Kirchenthumbach
13.02.2016
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"Wer nicht wirbt, der stirbt." Diesen Werbeslogan von Autopionier Henry Ford hat sich vor mehr als 80 Jahren die "Amberger Volkszeitung", damals Generalanzeiger für die Oberpfalz, zu Herzen genommen. Das zeigt eine zwar schon stark verrostete, aber noch lesbare Werbetafel aus Blech.

Die am 1. Juli 1868 gegründete "Amberger Volkszeitung" gibt es heute nicht mehr. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde sie verkauft und erschien ab 1939 nach einem Zukauf als "Amberg-Sulzbacher Zeitung". Zum 1. Oktober 1948 übernahm Der Neue Tag die "Sulzbach-Rosenberger Zeitung" und die "Amberger Zeitung", in deren Untertitel aber noch der alte Name zu finden ist. Die "Amberger Volkszeitung" warb früher mit großen Lettern auf gelbem Grund für sich mit den Worten: ". . . bringt alles rasch und zuverlässig. Es ist das gelesenste Heimatblatt der gesamten mittleren und nördlichen Oberpfalz."

Der Autor dieses Artikels entdeckte die relativ große Blechtafel mit der Aufschrift an der Scheune des ehemaligen Landwirts Ludwig Albersdorfer in Ernstfeld direkt an der Grenze zum Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Unmittelbar daran führt die alte B 85, auch als "Reichsstraße" bezeichnet, vorbei. Deren Trasse verlief von Bayreuth kommend über Creußen, Kirchenthumbach, Ernstfeld, Unterfrankenohe, Haag, Sorghof und Vilseck bis Amberg, und dann weiter in Richtung Regensburg.

Im Zuge der Erweiterung des Truppenübungsplatzes im Jahr 1938 verlor die einst so wichtige Straße immer mehr an Bedeutung. Nachdem der Truppenübungsplatz zum Sperrgebiet erklärt worden war, war ein Befahren nur mehr eingeschränkt möglich. Ab 1949 war die B 85 dann für den gesamten Zivilverkehr gesperrt: Den amerikanischen Streitkräften war das Risiko zu groß geworden. Wer nach Amberg wollte, musste - so wie noch heute - entweder über Auerbach oder Grafenwöhr fahren.
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