Breitbandausbau: „Spleißer“-Trupp ist am Werk
Fingerspitzengefühl für feine Fasern

Konzentration, ein gutes Auge und Fingerspitzengefühl sind für das Zusammenschweißen der hauchdünnen Glasfaserkerne erforderlich. Bilder: ü (2)
Vermischtes
Kirchenthumbach
05.10.2016
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Breitbandausbau ist mehr als Gräben ausbaggern, Rohre und Kabel hineinlegen und wieder zuschaufeln. Breitbandausbau ist vielmehr verbunden mit modernster Technik, Intelligenz und filigraner Handarbeit. Davon können sich die Einwohner der Marktgemeinde derzeit im Ortsbereich von Kirchenthumbach überzeugen - und dabei den Monteuren über die Schulter schauen.

Die Techniker sind dabei, die Glasfaser zusammenzuschweißen. Das Ganze nennt sich "Spleißen". Der Trupp verbindet die vor wenigen Wochen verlegten beziehungsweise eingeblasenen Glasfasern. Das sind feine Drähte, die - wie der Name schon sagt - aus Glas bestehen und auch brechen können.

Glasfasern sind eine hochinteressante Erfindung der Datentechnik. Laut Telekom werden dabei optische Signale per Laserdioden über feinste hochflexible Lichtwellenleiter geschickt. Auf diese Weise ermöglichen sie blitzschnelles Internet und modernste IP-Telefondienste.

Sind die Glasfaserpakete in der Erde verlegt, müssen die relativ dünnen Einzelfasern gekoppelt werden. Dazu notwendig ist eine Glasfasermuffe. Im Ortsbereich Kirchenthumbach sind es 13 an der Zahl. Über 200 Glasfasern pro Muffe müssen mit Lichtbogen zusammengeschweißt beziehungsweise gespleißt werden.

Die Glasmuffen liegen in einem Schaltkasten und sind wasser- und staubdicht. In der Muffe befinden sich klappbare Kassetten. Das sind flache Plastikscheiben mit einer Kabelführung. Beim Spleißen der Glasfasern wird von den Monteuren Konzentration, ein gutes Auge und Fingerspitzengefühl verlangt: Ein Faserkern, auch Core genannt, ist nur fünf Mikrometer dünn. Ein Mikrometer entspricht dem millionsten Teil eines Meters. Ein menschliches Haar ist im Vergleich dazu ein dickes Seil.

Das Bearbeiten einer Muffe dauert nach Aussage der "Spleißer" je nach Größe zwei bis drei Tage. Wann die Einwohner auf das schnelle Internet zugreifen können, darauf haben die Monteure allerdings keinen Einfluss: "Das liegt nicht an uns, das liegt an der Telekom."
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